Ein starker Auftritt

Stammleser erinnern sich vielleicht, dass ich während meiner Pragreise zum ersten Mal im Leben richtige Probleme mit meinen Füßen hatte. Bis dahin gehörten sie immer zum unkompliziertesten an meinem Körper. Schmal sind sie, was den Schuhkauf enorm erleichtert und trocken. Leider neigen sie auch zu verstärkter Hornhautbildung, was sie wiederum auch recht unempfindlich macht.

All diese Tatsachen führten dazu, dass ich meine Füße zwar pflegte, aber nie wirklich schonte. Warum auch, sie gaben ja keinerlei negativen Rückmeldungen. Also trug ich fast mein ganzes Erwachenenleben lang sehr hohe Pumps (10 cm +). Als nur 1,56 m kleine Frau, fühlte ich mich so besser. Acht und mehr Stunden konnte ich ohne Probleme mit diesen Schuhen verbringen, schnell damit gehen und notfalls sogar laufen. Übung macht eben den Meister. Das Ganze dann noch vom frühen Frühling bis zum späten Herbst unbestrumpft, weil ich Strümpfe hasse.

Der Lauf der Dinge ist wohl, dass sich diese Gliedmaßen dann doch irgendwann zu Wort melden. Beginnende Schiefzehen (Hallux valgus) sind bei mir die Folge. Mein Arzt machte mir eindringlich klar, dass ich, – wenn ich eine OP vermeiden will -, ab sofort gute Schuhe mit vernünftigen Absätzen tragen müsste und Pumps die absolute Ausnahme sein sollten. Zwar ein wenig trauernd um meine schönen Pumps, komme ich damit klar und fühle mich inzwischen mit bequemen Schuhen sogar recht wohl.

Überhaupt verdienen unsere Füße einiges an Beachtung, damit sie ihren Dienst noch möglichst lange versehen können. Wer mag und kann sollte, zumindest zu Hause, viel barfuß laufen (oder mit Wollsocken). Das ist das Natürlichste für die Füße. Fußtraining (oh, das tut gut) wird im Buch Gut zu Fuß ein Leben lang: Trainieren statt operieren: Die besten Übungen aus der Spiraldynamik®(Affiliate Link) von Dr. Christian Larsen gut beschrieben.

Bei Schuhen habe ich sehr gute Erfahrungen mit Hirschleder (leider sündhaft teuer) gemacht. Weiches Lammnappa ist eine etwas preiswertere Alternative. Eine schöne Fußmassage am Abend ist immer was Feines. Vielleicht habt ihr ja einen netten Partner, der sich eurer Füße annimmt. Zum Ausgehen und entspanntem Sitzen im Theater oder auf einem Barhocker könnt ihr dann vielleicht auch einmal wieder High Heels tragen. Da hat der Mann dann auch was davon.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Ein befreundeter Orthopädie-Schuhmachermeister sagte vor langer Zeit mit Blick auf meine High-Heels-Füßchen mal zu mir: „Am Ende kriege ich sie alle.“ Damals dachte ich noch, der kann viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Doch inzwischen laufe ich nur noch in Ausnahmefällen auf mittelhohen Pumps und die sonstige Zeit in superbequemen Barfußschuhen. Ach, dass die Füße nicht mehr so wollen, ist eines der Plagegeisterchen ab 50plus.

    Mit „platten“ Schuhen grüße ich dich ganz herzlich
    Elvira
    Elvira Löber kürzlich veröffentlicht…14 und mehr Überlegungen wie „Wesentlich werden“ gehtMy Profile

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  2. Füße und High Heels passen halt nicht wirklich zusammen. Aber unbestritten machen Absätze ein schönes Gesamtbild. Fußbad und Fußmassage gleichen das oftmals aus.
    Viele Grüße

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  3. Vor vielen, vielen Jahren verliebte ich mich in einen Mann, der genauso groß bzw. klein war wie ich und für den ich von hohen auf flache Schuhe umstieg. Dieser Mann ist längst nicht mehr in meinem Leben, aber die Freude am bequemen Laufen und am sicheren Stand habe ich behalten – auch wenn der Gatte 25 cm größer ist als ich und ich also locker wieder Absätze tragen könnte. Ich bleibe meinen „Flats“ treu und ziehe Höheres nur noch zu besonderen Anlässen an. Du siehst: unterschiedliche Gründe, aber ähnliche Schuhhistorie… Ganz sicher gibt es viele, die das auch kennen!
    Uschi aus Aachen kürzlich veröffentlicht…Die Zeit im SauseschrittMy Profile

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