Frage der Woche: Wie bleibe ich fit bis ins hohe Alter?

Dank der verbesserten medizinischen Versorgung werden wir immer älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt immer weiter und wir haben gute Chancen 90 Jahre oder älter zu werden. Irgendwo habe ich gelesen, dass Kinder, die jetzt geboren werden, über 100 werden können.  Doch die Lebensdauer allein ist noch keine Garantie für einen schönen, erfüllten Lebensabend. Wer fit bis ins hohe Alter sein will, der muss körperlich, geistig und sozial aktiv bleiben.

In unserem Land hat sich die Zahl der Hundertjährigen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt und die fühlen sich, trotz einiger Wehwehchen, geistig und körperlich fit und zum größten Teil sogar in der Lage, vergleichsweise selbständig zu leben. Die Mehrheit von ihnen denkt trotz ihrer Betagtheit nicht an den eigenen Tod.

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Die Lebenserwartung ist zwar enorm gestiegen, aber immer noch sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 80 % der der Todesfälle die häufigste Todesursache. Altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer und Krebs nehmen immer mehr zu. Um einen Herzinfarkt vorzubeugen, sollte man die Risikofaktoren dafür so schnell wie möglich abbauen und einen bewussten Lebensstil verfolgen. Regelmäßige körperliche Aktivität, und wenn man täglich nur einen 20minütigen Spaziergang macht, ist hier sehr hilfreich. Auch senkt sich das Schlaganfallrisiko dadurch bei Menschen zwischen 60 und 80 Jahren um 8 %.

Die üblichen Verdächtigen

Mit dem Älterwerden verändern sich viele Abläufe im Körper. So nimmt im Alter allmählich auch die Muskelkraft nach, die Knochen werden brüchiger, Sinnesfähigkeiten wie Sehen und Hören nehmen ab und auch der Stoffwechsel verändert sich. Oft sind es aber die Gelenke, die Probleme machen. Mehr als 80 % der 70-Jährigen leiden unter arthrotischen Gelenkveränderungen, bei denen es zum Abbau von Knorpelmasse kommt. Hier können Krankengymnastik oder Wärmeanwendungen, eine Ernährungsumstellung, Bewegung oder eine medikamentöse Behandlung helfen.

Keinen Hunger?

Häufig läßt bei alten Menschen der Appetit nach, vor allem weil sich das Geschmacksempfinden verändert. Dadurch entsteht eine sogenannte  „quantitativen Mangelernährung“, bei der insgesamt zu wenig gegessen wird. Aber es entsteht gleichzeitig auch eine „qualitative Mangelernährung“, bei der bestimmte Nährstoffe in unzureichenden Mengen aufgenommen werden. Älteren Menschen fehlt es oft an Vitamin D, Folsäure und Jod. Auf unserem Speiseplan sollten deshalb (auch schn in jüngeren Jahren) viel Obst und Gemüse und auch reichlich Getreideprodukte stehen sowie viele ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen oder Fisch. Vorhandene Defizite lassen sich mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen. Ganz oft haben Senioren keine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Das liegt an einem reduzierten Durstgefühl. Ich hatte das aber schon in jungen Jahren, habe immer zu weng getrunken und zwinge mich oft, auch ohne Durst, ausreichend zu trinken.

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Das sogenannte Gehirnjogging macht nicht nur Spaß, sondern hält auch die geistige Leistungsfähigkeit aufrecht. Ganz wichtig ist, sich ständig geistig zu betätigen, neues zu lernen und am Leben teil zu nehmen. Regelmäßig Kreuzworträtsel oder Rechenaufgaben zu lösen, ist auch schon hilfreich, Hauptsache das Gehirn ist beschäftigt. Unserem Gedächtnis und Denkvermögen geht es nämlich wie unseren Muskeln: Werden sie nicht trainiert, verkümmern sie. Geistige Fitness stärkt auch unser Selbstbewusstsein und schenkt neuen Lebensmut.

Richtig Schlafen

Unser Schlafverhalten verändert sich ebenfalls im Alter. Wir gehen früher ins Bett, um sieben bis acht Stunden später, oft gegen 3 oder 4 Uhr morgens, aufzuwachen. Viele leiden gelegentlich oder regelmäßig an gestörtem Schlaf. Die meisten Beschwerden entstehen durch Ein- und Durchschlafstörungen. Die Einhaltung der Schlafhygiene ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen bei Schlafstörungen: Dazu zählt neben einer ruhigen Schlafumgebung auch die optimale Schlafzimmertemperatur von etwa 17-18 Grad.

Auch Rituale, wie vor dem Schlafen eine Tasse Tee mit Honig zu trinken oder ein paar Seiten in einem Buch zu lesen, können sehr hilfreich sein. Wer tagsüber aktiv ist, ist nachts meist müde und findet einen erholsamen Schlaf.

Das Älterwerden ist nicht immer lustig, aber wir alle können dafür sorgen, dass es ein schöner und lebenswerter Abschnitt unseres Lebens wird. Das beste Mittel jung alt zu werden ist zu leben, das Leben mit allen Facetten annehmen und genießen. Der Kontakt mit Menschen jeden Alters hält uns ebenfalls jung.

 

 

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Karin,
    das ist ein wunderbarer Artikel! Und er eignet sich perfekt, um ihn bei „Rettet die Lachfalte“ zu verlinken – hast du dazu Lust? Wenn ja, dann freue ich mich, wenn du den Link zu diesem Posting unter meinen „RDL-Post“ setzt:
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/08/rdl-8-uber-eine-irische-geschichte-und.html
    Herzlichste Rostrosengrüße von der Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/08/fair-play-teil-2-frau-r-tragt-einen.html
    PS: Bleibt es dabei, dass morgen das Interview erscheint? In meinem morgigen Post weise ich darauf hin :o)
    Traude „Rostrose“ kürzlich veröffentlicht…Fair Play Teil 2: Frau R. trägt einen Seidensari und versucht vernetzt zu denkenMy Profile

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