Gut drauf trotz Wechseljahre?

Johanniskraut

Tja Mädels, irgendwann erwischt es uns alle, die eine mit Ende 30, die andere mit 50. Zu meinem großen Glück verliefen die Wechseljahre bei mir recht glimpflich. Außer Hitzwallungen und leichten Schlafstörungen hielten sich meine Beschwerden absolut im Rahmen und ich bin ohne jegliche Medikamente ausgekommen.

Leider geht es nicht allen so: Die Eine plagen nur Hitzewallungen, die Nächste kämpft mit Depressionen oder Libidoverlust. Welche Möglichkeiten gibt es, die Beschwerden im Klimakterium zu lindern?

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und keine Lust auf Sex? Davon kann mindestens die Hälfte aller Frauen in den Wechseljahren ein Lied singen. Doch niemand muss sich damit abfinden und mit diesen Symptomen leben. Da ich eine Hormon-Ersatztherapie vollkommen ablehne (natürlich muss das jede Frau für sich selbst entscheiden), habe ich einmal mein zusammengetragenes Wissen für euch aufgeschrieben:

Die Wechseljahre sind für uns Frauen ein einschneidendes Erlebnis, ähnlich der Pubertät, nur eben doch anders. In einer Studie habe ich gelesen, dass Frauen, die ein ausgefülltes Leben führen, sei es beruflich und/oder privat, oder ein Hobby pflegen, weniger leiden. Wer also geistig und am besten auch körperlich aktiv ist, kommt mit dieser Lebensphase einfach besser klar. Die Wechseljahre sind so individuell wie jede Frau.

Diese Phase unseres Lebens ist keine Krankheit. Während dieser Zeit verändert sich in unserem Körper aber einiges. Das hängt mit der abnehmenden Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron zusammen. Die Hormonbildung findet in den Eierstöcken statt. Östrogen hat einen Einfluss auf zahlreiche Funktionen im Körper: auf Herz, Blutgefäße, Knochen, Gehirn und Harnwege. Weil die Eierstöcke ihre Arbeit langsam einstellen, protestieren oft die Organe. Viele Frauen haben das Gefühl, ihre Weiblichkeit zu verlieren, was natürlich absoluter Blödsinn ist, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Von meiner Weiblichkeit ist in keiner Hinsicht irgendetwas verloren gegangen.

Lebensstil

Eine gute Maßnahme kann die Veränderung des Lebensstils sein. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport (ich hab gut reden, ich mache keinen Sport) und die Vermeidung von Stress. Eine gesunde, abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl hilft auch zur Vorbeugung von Osteoporose und Herz- und Gefäßkrankheiten. Optimal ist eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Salat. Wichtig sind auch ausreichend Milchprodukte, grünes Gemüse und Kräuter für die Knochen. Regelmäßige kalorienangepasste Mahlzeiten halten den Stoffwechsel auf Trab, schützen vor Hitzewallungen und helfen, das Gewicht zu halten oder abzubauen. Schwer verdauliche Speisen, stark gewürztes Essen, Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol begünstigen Hitzewallungen und Schwitzen.

Naturheilmittel

Die Natur liefert so manches Kraut, womit sich Beschwerden lindern lassen. Ob durch Lebensmittel, Tabletten, Pflaster oder Salben und Tinkturen, jede kann ihr Mittelchen und ihren Weg finden.  Der Einsatz von Heilpflanzen verschafft Linderung in vielfältiger Weise. Medikamente mit dem Extrakt der Traubensilberkerze, die pflanzliche Östrogene enthalten, sollen auf Knochen, Herz, Psyche, Scheide und Harnblase östrogenartige Effekte ausüben, jedoch nicht auf Brust- und Gebärmuttergewebe, wo Östrogene zu Krebs führen können. Extrakte des Mönchspfeffers sind günstig bei Wassereinlagerungen im Gewebe und bei sexueller Lustlosigkeit. Johanniskraut verbessert die Stimmung, und Baldrian beruhigt und sorgt für besseren Schlaf. Gegen Schweißausbrüche hilft Salbei, beispielsweise als Tee. Die meisten Pflanzenextrakte brauchen mindestens zwei Wochen, bis eine erste Wirkung einsetzt.

Empfohlen werden folgende Lebensmittel, die wir möglichst täglich zu uns nehmen sollten:
  • Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, -flocken, Müsli
  • 1 bis 2 Teelöffel Leinsamen, zum Beispiel im Joghurt, Gemüse, Müsli oder Salat
  • 2 Portionen Obst
  • 1 Glas Fruchtsaft, 100 Prozent Frucht ohne Zuckerzusatz, eventuell mit Calciumzusatz
  • 2 bis 3 Portionen Gemüse oder Salat, besonders grünes Gemüse
  • Frische oder tiefgekühlte Kräuter
  • 1 Sojaprodukt wie Joghurt oder Sojamilch mit Kalziumzusatz
  • 2 Milchprodukte wie Quark, Trinkmilch oder Käse
  • Fettreduzierte Lebensmittel wie fettarmer Brotbelag, fettarmes Fleisch
  • 1 bis 2 Esslöffel Raps-, Oliven- oder Maiskeimöl
  • 2 bis 3 Liter kalorienarme und -freie Flüssigkeit wie kalziumreiches Mineralwasser (mehr als 150 Milligramm Kalzium/Liter), Tee, Saftschorle etc.
Einmal pro Woche:
  • 2 Portionen Seefisch
  • 1 bis 2 Portionen Hülsenfrüchte wie Eintopf oder Salat
  • Bei Normalgewicht: zweimal pro Woche Nüsse (50 g pro Portion).
Vorsicht bei folgenden Lebensmitteln:
  • Wurst (am besten fettarm und nicht gepökelt)
  • Schmelzkäse
  • Fleisch und Geflügel (am besten fettarm und maximal dreimal 150 Gramm pro Woche)
  • Eier: nur 2 bis 3 pro Woche (denken Sie auch an Eier in Fertigprodukten wie Kuchen)
  • Alkohol: maximal 2 bis 3 Gläser trockener Wein/Woche, Cola und colahaltigen Getränke
  • Süßigkeiten, Kuchen, Gebäck, Eis, Dessert.

Am allerwichtigsten aber, ist positives Denken. Macht euch keine Gedanken in Richtung „jetzt bin ich eine alte Frau“ oder „überhaupt keine Frau mehr“.  Viele tolle Frauen in unserer Gesellschaft und in unserem Umfeld sind ein gutes Beispiel dafür, wie lebensbejahend, lebendig, attraktiv und voller Lebensfreude wir jenseits der Wechseljahre sein können.

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