Katers Kolumne – Mai 2017

 

Ist das Leben nicht schön? Die sonne scheint und ich geh Mäuse jagen, Rudi ärgern und freue mich, dass ich auf der Welt bin.

Das tut mein Frauchen natürlich auch. Im Moment sieht sie mich zwar kaum, aber trotzdem.

Morgens beim Frühstück höre ich sie oft fluchen über einen Mann, den sie „Trumpel“ nennt. Es fallen böse Worte wie: „Was für ein arrogantes Arschloch“ oder „Dieser saudumme Idiot“. Das passiert immer dann, wenn sie Nachrichten im Frühstücksfernsehen schaut. Wer das wohl ist, über den Frauchen sich so ärgert? Na egal, ich bin nach meiner Morgenmahlzeit eh erst mal weg. Soll sie doch weiter schimpfen.

Warmes Wetter ist fein, weil dann den ganzen Tag über die Terrassentür offen ist und ich raus und rein kann wie ich möchte. Ich kann mir dadurch leicht zwischen meinen Streifzügen einen kleinen Imbiss gönnen. Bin ich gerade auf dem Parkplatz und jemand geht ins Haus, komme ich einfach mit. Sobald ich den Hausflur inspiziert habe, hebe ich mit meinen Krallen unsere Fußmatte hoch und lasse sie wieder fallen. Das ist genau so gut wie klingeln, denn Frauchen hört das und macht mir auf. Ich hab sie halt gut erzogen.

Auch beobachte ich gerne Vögel, die, so glaube ich, Junge haben und geschäftig hin und her fliegen. Keine Sorge, ich tue denen nichts. Ist halt aufregend, diesen fliegenden Wesen zuzuschauen wie sie sich abrackern, während ich auf der faulen Haut liege. Es ist halt immer schön, anderen bei der Arbeit zuzusehen.

Vorige Woche war Frauchen eine Weile weg und kam dann mit ihrer Schwester nach Hause. Irgendwie schien sie mir traurig zu sein. Als wir wieder alleine waren, erzählte sie mir, dass sie völlig vergessen hatte, ihre Freundinnen und Freunde ans Daumendrücken zu erinnern und nun ist das in die Hose gegangen. Ihr wißt ja Bescheid über ihre Krankheit und nun hat das MRT eine Umfangsvermehrung hinter ihrem noch verbliebenen Stimmband ergeben und sie muß wieder operiert werden. Das gefällt mir gar nicht. Was wenn dieses blöde Ding bösartig ist und das zweite Stimmband auch raus muß? Kann sie dann noch mit mir reden? Darüber soll sie aber nicht nachdenken. Ich habe sie auf meine Weise beruhigt, mich neben sie auf den Rücken und meinen Kopf auf ihren Schoß gelegt. So konnte sie prima mein Hälschen kraulen. Das funktioniert immer und ich freue mich, wenn ich ihr helfen kann. Jetzt heißt es abwarten, denn die OP ist erst für Ende Juli angesetzt, weil vorher nichts frei war. Bis dahin bin ich für sie da. Zumindest abends und nachts, denn tagsüber bin ich ja unterwegs. Und ich halte die Pfoten, dass alles gut ist.

Bis dahin, habts schön

Euer Kater Anthony Malo Miau

 

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Katerle Anthony Malo Miau,

    ich habe dich heute zum erstenmal gelesen. (Später lese ich weitere Berichte von dir…..)
    Es tut mir so leid, dass die Untersuchung nicht positiv aussgefallen ist. Ich kann das verstehen – habe inoperablen Darmkrebs.
    Ich drücke dem Frauchen beide Daumen. Es muss doch gut gehen. Ich bin überzeugt.
    Das Frauchen muss nur ganz fest daran glauben. Sag ihr das bitte!!
    Ganz liebe Grüße
    Irmi, die vom Neckarstrand

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