Katers Kolumne

Ihr Lieben, ich bin zurück von einem großen Abenteuer. Wie ihr schon von Frauchen erfahren habt, war ich 4 Nächte nicht zu Hause. Das war das erste Mal und sie hatte wohl große Angst um mich. Aber laßt mich von vorne erzählen.

Nach Herrchens Tod war nichts mehr wie zuvor. Nicht genug, dass mein bester Kumpel nicht mehr da war, auch herrschte in der Wohnung nur noch Unruhe. Frauchen lief ständig rum wie ein aufgescheuchtes Huhn. Sie packte alle Dinge in große Kisten. Das Hätte ja lustig sein können, aber sie erlaubte mir nicht, die Kisten genauer zu inspizieren. Schade, ich hätte bestimmt hilfreich sein können. Also habe ich mich verstärkt nach draußen verzogen und bin nur, wenn der Hunger zu groß wurde, nach drinnen gegangen.Das Ganze zog sich über eine schrecklich lange Zeit hin und ich dachte mir schon, dass das niemals aufhören würde.

Kater auf Reisen

Dann aber kam der Tag, genauer gesagt der 18. September, an dem mich Frauchen in meine Transportkiste packte. Ich stellte mich auf einen Besuch bei Tante Tierarzt ein. Das war ja immer so, wenn ich in die Kiste mußte. Ich wurde also ins Auto gepackt; ungewöhnlicherweise nach vorne neben Frauchen. Na ja, ist ja nett, wenn ich sie während der langweiligen Fahrt sehen kann und nicht so alleine auf dem Rücksitz bin. Allerdings fuhren wir dann viel länger als gewohnt und auch mein lauthalser Protest nützte da wenig. Ich mag einfach nicht so lange im Auto sein, mir wird da immer komisch. Endlich, nach gefühlten einhundert Stunden kamen wir irgendwo – wo auch immer – an.

Fremde Welten – fremde Gerüche

Ich hielt meine Nase in den Wind, als Frauchen mich inklusive der Box aus dem Auto holte. Alles roch fremd und neu; ich glaube, hier war ich noch nie in meinem Leben. Ich wurde jetzt in eine mir ebenfalls vollkommen fremde Wohnung gebracht und endlich öffnete sich das Türchen der Tranportbox.

Freiheit!!! Ich durfte raus. Jetzt erkundete ich zunächst einmal die neue Wohnung. Viel stand da noch nicht drin und, bis auf wenige Ausnahmen, roch auch alles nicht nach mir. Hier sollten wir jetzt bleiben oder gehts gleich wieder zurück? Meine Hoffnung war umsonst, wir blieben. Doof bin ich nicht und ziemlich neugierig bin ich ohnehin. Die Neugierde ist bei mir immer viel stärker als die Angst. So hatte ich die neue Wohnung ziemlich schnell vereinnahmt und fast überall, durch Drüberstreichen mit meinem Kopf, meinen Duft hinterlassen. „Nehmen wir“, dachte ich. Blieb mir ja auch nichts anderes übrig.

Eingekerkert – und dann die Freiheit

Das Schlimme war allerdings, ich durfte nicht raus, egal wie lautstark ich darum bat. Ich protestierte und bettelte ganze Nächte, doch es tat sich nichts. Würde ich nun auf immer gefangen sein? Endlich, nach einer Woche Ungeduld meinerseits und schlafloser Nächte für Frauchen, öffnete sich die Tür zu einer großen, schönen Terrasse und die Sonne schien mir auf den Pelz. Erfreut trappte ich nach draußen. Aber was war das? Ich konnte nicht einfach in den Garten laufen. Es war zwar einer da, der aber ist ein ganzes Stockwerk tiefer. Leider zeigte mir auch keiner, wie ich dort hinunter kommen sollte. Was für ein Betrug; jetzt war ich schon mal draußen, aber irgendwie auch wieder nicht.

Es dauerte 2 Tage bis ich den Weg nach unten und auch wieder zurück gefunden hatte. Herrlich, endlich konnte ich wieder herumstreunen, Mäuse fangen und all die Dinge tun, die mir Spaß machen. Einen Kater wie mich sperrt man nicht ein!

Das Abenteuer beginnt

Nach einigen Tagen waren mir die kleinen, umliegenden Gärten nicht mehr genug. Ich wollte schauen, was es sonst noch so rund um mein neues Zuhause gibt, also lief ich los. Blöd nur, dass ich irgendwann die Orientierung verlor und nicht mehr wusste, wo es zurück geht. Also spitzte ich die Ohren und suchte nach bekannten Geräuschen. Was hörte ich da, eine Straßenbahn? Das kannte ich. Schließlich hatten wir in Krefeld fast direkt die Straßenbahn vor der Tür. Also schnell dorthin und dann muß dort direkt mein Frauchen und vor allem mein Futter auf mich warten. Was soll ich euch sagen, an der S-Bahn angekommen war alles vollkommen fremd. Kein Frauchen, kein Futter, nichts. Jetzt hatte ich aber nicht mehr den Mut wieder los zu laufen. Gegen den Hunger fing ich mir Mäuse – gut das ich ein großer Jäger bin.

Inzwischen hatte Frauchen wohl „Gott und die Welt“ verrückt gemacht, TASSO (ich bin ja gechippt) verständigt und in Facebook alle Freunde und halb Köln dazu veranlasst, nach mir zu suchen. Frauchen ist die ganze Gegend abgelaufen und hat Suchplakate geklebt, hat sich also ganz schön ins Zeig gelegt um mich wieder zu finden.

Die Heimkehr

Am Sonntagmorgen fand ich einen schönen Vorgarten mit Vogeltränke. Ich liebe abgestandenes Wasser, also ließ ich mich dort erst einmal nieder. Was ich nicht wußte, die Bewohner des Gartens beobachteten mich und holten mich irgendwann ins Haus. Ich ließ mich auch bereitwillig streicheln. Schließlich hatte ich das lange vermißt. Ein mein Halsband allerdings, das mir Frauchen vorsichtshalber angezogen hatte, ließ ich niemanden. Erst gegen Abend gelang es der Frau das Halsband loszureißen (Sicherheitshalsband) und damit meine Adresse zu erfahren. Sie rief sofort mein Frauchen an und ziemlich schnell wurde ich abgeholt. Mensch, haben wir beide uns gefreut und meine Gastgeber gleich mit.

Der große Nachteil des Ganzen war, ich wurde wieder eingesperrt, aber nur 4 Tage. Ihr wißt schon: Ich traurig guck, lautstarker Protest usw. – hat funktioniert. Seit Donnerstag darf ich wieder raus. Erst einmal bleibe ich in der näheren Umgebung. So etwas möchte ich so schnell nicht wieder erleben.

Für heute wünsche ich euch allen einen schönen Sonntag und einen sonnenreichen Oktober. – Ich bin dann mal draussen.

 

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