Opas Gedichte und Geschichten: Weihnachten

Wie ich schon desöfteren geschrieben habe, war Weihnachten in meiner Kindheit einfach die schönste Zeit. Mein Opa hat niedergeschrieben, wie er das Weihnachtsfest bei uns empfunden hat (Gottfried und Irmgard waren meine Eltern):

Nun ist es wieder so weit,
es kommt die schöne Weihnachtszeit.

Was uns auch das Christkind wird schenken,
wir müssen immer daran denken,
dass Gottfried verlor sein liebes Väterlein
und Irmgard ihr liebes Mütterlein.

Ach, wie kann es anders sein,
in Gedanken werden sie immer bei uns sein.

Sie schauen beide herab aus dem Himmelszelt,
zu uns in die weite, weite Welt.

Und sie trauen ihren Augen nicht,
bei ihren Lieben brennt noch Licht.

Sie schauen her, sie schauen hin,
in der Küche sind nur Opa, Irmgard und Karin drin.

Den Gottfried konnten sie nicht sehen,
denn er mußte ja zum Christkind gehen.

Karin sprach: „Ach Mutter, ist es bald so weit.
Es dauert ihr so lange die Zeit.

Und plötzlich hörten wir, wie alle Jahre wieder,
Glockenklang und frohe Weihnachtlieder.

Von Gottfried haben wir dann vernommen,
dass das Christkind war gekommen.

Im Wohnzimmer, in dem schönen Raum,
stand hell erleuchtet der Weihnachtsbaum.

Und unter dem Baum in der Mitte,
lag das Jesukind in seiner Krippe.

Unserer Karin blieb vor Glück der Atem stehen,
denn es gab so vieles hier zu sehen.

Für Karin, oh welche Freud,
eine Puppe im neuen Kleid.

Ein Pudel, ein Pulli, Bilderbuch, Strumpfhose und was noch alles dazu,
neue Pantoffel und ein paar neue Schuh.

Und von der Tante Helmi, die Liebe,
für Karin noch eine kleine Nähmaschine.

Und was ich noch wollt sagen,
ein Eichhörnchen, ein Teddy und St. Nikolaus mit seinem Wagen.

Auch der Opa schaute her und hin,
was ist für dich da alles drin?

Weinbrand, Zigaretten, Zigarren in der Dose,
Unterwäsche, Pulli und eine schicke Hose.

Noch, in einem Paket, was mag es sein?
Oh, ei paar Pantoffeln schick und fein.

Gottfried hat im Stillen gedacht:
„Mal sehen, was das Christkind mir hat gebracht“.

Einen Pulli, Unterwäsche, Hose und au Backe,
eine wunderschöne neue Jacke.

Zu den anderen Sachen, den Netten,
Weinbrand und noch Zigaretten.

Auch Irmgards Augen wurde ganz groß.
Was ist in den Paketen bloß?

Das Christkind wusste, Irmgard ist immer schick und nett,
einen Schlafanzug für das Bett.

Der Geschenke gab es viele,
doch das Wichtigste ist die Liebe.

Peter Schmitz

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