Scheiß Karma die Vierte

Eigentlich bezeichne ich mich als Christin, auch ohne einer Kirche anzugehören. In Wirklichkeit aber habe ich mir meinen Glauben irgendwie selbst zusammen gezimmert. So glaube ich an Schicksal oder, anders ausgedrückt, an KARMA. Das Gefühl, dass ich in einem früheren Leben einmal etwas nicht sehr gutes getan habe, beschleicht mich immer mehr.

Meine fleissigen LeserInnen wissen ja schon einiges aus meinem Leben. Nun bekam ich seit einigen Wochen immer schlechter Luft. Schon die Treppen zu meiner Wohnung im ersten Stock strengten mich so an, als wäre ich über 80. Meine ersten Gedanken waren: „Na ja, kriegst wahrscheinlich eine Erkältung“, denn etwas anderes wollte ich einfach nicht denken. Also suchte ich meinen Hausarzt auf, um ein paar helfende Mittelchen zu bekommen und 7 Tage später würde alles wieder gut sein. Doch der Doc konnte leider keinen Infekt feststellen – auf meiner Lunge war kein Tönchen zu hören. Also zog ich mit einer Überweisung los zum HNO-Arzt. Der diagnostizierte ein Ödem im Hals, dort wo mir mein Stimmband entfernt wurde. Ein Ödem ist in dieser Region des Körpers lebensgefährlich, weil es rasch an Grösse zunehmen kann und Ersticken die Folge wäre. Mit einer Überweisung in die Klinik zog ich von dannen. Mittlerweile war es später Donnerstag nachmittag und die Ambulanz geschlossen.

Am frühen Freitagmorgen saß ich dann im Krankenhaus Holweide.  Ohne Termin und trotz dieser Diagnose war dort erst einmal warten angesagt…., lange warten. Nach mehr als drei Stunden wurde ich endlich von einer Assistenzärztin aufgerufen. Die Dame kannte ich schon vom letzten Mal. Mit ihrer unfreundlichen Art und unsanften Untersuchungsmethoden wäre sie besser Metzgerin geworden. Zunächst wurde ich von ihr angeschnautzt, warum ich denn erst heute komme. „Na ja, weil gestern keiner mehr da war!!!“ Dann, ohne untersucht zu haben: „Sie müssen hier bleiben“. Ich: „Das geht nicht. Ich lebe alleine, meine Schwester ist in Urlaub, ich muss erst meinen Kater versorgt bekommen. Ich wohne ja fast um die Ecke des Krankenhauses und bin schnell wieder da.“ Sie in lautem und streng tadelndem Ton: „Sie wollen also nicht hier bleiben! Setzen sie sich noch einmal in den Warteraum, sie werden dann gleich untersucht.“ Sagte es und entschwand mit einigen Kollegen zum Essen.Weitere anderthalb Stunden später tauchten die anderen Ärzte wieder auf, sie aber nicht.  Eine der Damen am Empfang, eine sehr nette und freundliche Person, erbarmte sich meiner und bat einen der Ärzte, mich zu übernehmen und zu untersuchen, weil ich doch schon ewig warten würde. Mir war es recht, denn jeder andere Arzt war mir lieber, als diese gefühlose Pute (sorry, ist aber wahr).

Bei der Untersuchung mit der Kamera stellte sich heraus, dass die Diagnose des HNO-Arztes wieder einmal falsch war. Bereits das Karzinom hatte er für einen Polyp gehalten. Es handelt sich wieder um eine Gewebevermehrung, diesmal in der Stimmritze, ob gut- oder bösartig – wer weiß. Also wieder eine OP, die vierte in fünf Monaten. Wieder Angst, dass der Krebs wieder da ist.

Scheiß Karma!

 

Morgen muss ich ins Krankenhaus und Mittwoch ist dann die Operation angesetzt. Dann wieder eine Woche warten und bangen bis das Ergebnis da ist. Haltet mir die Daumen, darin habt ihr ja schon Übung und bisher hat es immer geholfen.

Kommentare (12) Schreibe einen Kommentar

  1. Ach Mensch, liebe Karin, ich drücke Dir natürlich auch ganz fest die Daumen und wünsche Dir ein bisschen weniger Scheiß-Karma. Werde bald wieder gesund. LG Anjke

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  2. Liebe Karin, ich drücke gaaaaaaaaaaaaaanz feste die Daumen und dann sind noch Pfoten für dich gedrückt…. Ich denke an dich , alles Liebe, Sanne

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  3. Liebe Karin,
    was ist das bloß für eine herzlose Ärztin? Es wundert mich, dass sie noch da ist, wenn die Patienten so behandelt werden. Ich drücke Dich ganz fest ♥

    Liebe Grüße Sabine

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  4. Ach nö! Das ist doch sch…! Wir drücken auch diesmal ganz fest beide Daumen. Bin mir sicher das du das auch dieses mal wieder meistern wirst! Und dann gibt du das scheiß Karma mal ganz schnell an die dämliche Pute weiter.

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  5. ist es notwendig, Menschen derart sch…. zu behandeln!? Sicher können sie nicht unsere Angst spüren, dürfen es auch gar nicht, brauchen uns auch nicht auf den Arm nehmen… aber selbst ein neutrales Miteinander ist doch besser und angemessener als diese Olle!

    Tut mir Leid, wirklich! Schon wieder… ich drücke die Daumen und bin wie 2x zuvor am Mittwoch in Gedanken dabei!

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  6. Liebe Karin,
    Du bist ein echter Pechvogel! Ich drücke Dir ganz dolle die Daumen, dass sich alles zum Guten wenden wird!
    Fühl Dich herzlich umarmt
    Simone

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  7. Liebe Karin, gib bloß nicht auf! Bin in Gedanken bei dir und Däumchen drücken ist selbstverständlich. Lass uns wissen, wie es dir geht. Herzliche Gruß Helga

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