Seltsame Zeiten

Gerade liegt der 19. Hochzeitstag hinter mir. An diesem Tag war ich mit einer Freundin in der Stadt unterwegs. Das hat mich abgelenkt und machte mir den Tag etwas leichter. Trotzdem ist im Moment eine seltsame Zeit.

Ich trage dich wie eine Wunde
auf meiner Stirn, die sich nicht schließt.
Sie schmerzt nicht immer. Und es fließt
das Herz sich nicht draus tot.
Nur manchmal plötzlich bin ich blind und spüre
Blut im Munde.

(Gottfried Benn)

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Die Frage: Was kommt jetzt?

Seit einigen Tagen sitze ich in meinem Büro und kann mich zu nichts aufraffen. Wollte ich doch letzte Woche einige Beiträge schreiben und morgen sollte doch der letzte Teil der „Die wilden 60er“ Reihe erscheinen. Irgendwie schaffe ich es nicht. Vielmehr lese ich Mails, schaue in den einen oder anderen Blog. Schaue ein bißchen aus dem Fenster auf die Bäume, auf die Blätter, die sich im Wind sanft hin und her bewegen. Gerade frage ich mich: „Denke ich dabei überhaupt irgendetwas?“, ich glaube nicht.

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Scheiß Karma die Vierte

Eigentlich bezeichne ich mich als Christin, auch ohne einer Kirche anzugehören. In Wirklichkeit aber habe ich mir meinen Glauben irgendwie selbst zusammen gezimmert. So glaube ich an Schicksal oder, anders ausgedrückt, an KARMA. Das Gefühl, dass ich in einem früheren Leben einmal etwas nicht sehr gutes getan habe, beschleicht mich immer mehr.

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Soviel zauberhafte Daumen

Ihr Lieben, ich bin euch und dem Schicksal von Herzen dankbar. Euer Daumendrücken hat geklappt und ihr dürft die Hände wieder für etwas anderes benutzen. Ein Knoten und eine Zyste wurden entfernt und nach 3 bangen Wochen (seit Diagnose) kam Dienstag die Entwarnung – alles ist gutartig. Ihr müßt den Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, alle gehört haben. Jetzt kann ich mich von den 3 Operationen innerhalb von 3 Monaten endlich erholen und im neuen Jahr wieder an meiner Stimme arbeiten, die leider erneut sehr gelitten hat.

Nochmals Danke für die zahlreiche Unterstützung. Eure überglückliche Karin.

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Achtsam sein mit sich selbst

Meine Krebserkrankung hat mich gelehrt, dass ich künftig achtsamer mit mir umgehen muss, denn ich fühle mich unsagbar schwach und leer. Zum ersten Mal in meinem Leben sollte ich mich einmal wichtiger nehmen, als alles und jeden um mich herum. Mein Körper zeigt mir eindringlich, dass ich mehr Ruhe brauche, als ich mir bisher gestattet habe. Schreiben, ein gutes Buch lesen, mit Familie und Freunden etwas unternehmen, all das tut mir im Moment wirklich gut.

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Zwischen Hoffnung und Angst

Ein Leben lang habe ich geglaubt, dass ich niemals an Krebs erkranke. Vielleicht würde ich an einem Herzinfarkt sterben, wie mein Papa, aber Krebs – niemals. In unserer Familie gab es, bis auf meinen Großvater, der an Leukämie starb, keinen solchen Fall. Folglich hatte ich diese Krankheit auch nicht auf dem Schirm. Auch nachdem ich meinen Mann im letzten Jahr in den Tod begleitet habe, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, auch einmal betroffen zu sein.

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Ja es stimmt, Krebs ist ein Arschloch

 

Vorige Woche habe ich euch von meiner Krankenhaus-Odysee erzählt und nun ist das Ergebnis da. Diagnose: Stimmlippenkarzinom. Wumm, das ist erst einmal wie „Hammer auf Kopf“. Gerade noch habe ich meinen krebskranken Mann in den Tod begleiten müssen und jetzt habe ich mir selbst diese bösartige Krankheit eingefangen. Liebes Schicksal, was soll das bloß?

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Das Leben ist manchmal ein Arschloch

 

Es gibt nur zwei Dinge in unserem Leben die sicher sind, unsere Geburt und unser Tod. Alles andere ist variabel.

Heute bin ich genau 2 Monate Witwe. „Witwe“, dieses Wort mag mir noch immer nicht so wirklich über die Lippen. Irgendwie fühlt sich das merkwürdig an.

Kurz nach Bernds Tod habe ich ja angekündigt, dass ich alles aufschreiben werde.

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