Wenn es unter der Oberfläche brodelt…

Gastbeitrag von Helga Schauff

 

Wir kennen alle diese Tage, wo wir diese Gedankenmonster einfach nicht los werden, die uns einhämmern, was gerade alles nicht geht, wie doof gerade alles ist und überhaupt wie unfähig, utopisch selbstsüchtig und unmöglich die Gedanken, die Situation, der Moment und die Umstände gerade sind. Ja, es gibt durchaus Argumente, dich angesichts der persönlichen Situation, der Umstände, der Ungewissheiten… gelähmt zu fühlen.

Aber viel mehr spricht doch dafür, dich auf deine Stärken zu besinnen und deinen eigenen Weg zu gehen – allein schon wegen der Tatsache, dass du es kannst.

Freiheit ist das Gefühl, dein Leben in die Hand zu nehmen, es in den Griff zu haben. Das macht zufrieden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Entgegen aller „Glücksmacher“ setze ich nicht auf diesen Glückshype und dieser innewohnender Euphorie, sondern auf einen beständigen Wert der Zufriedenheit. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich auf meine kleinen oder manchmal auch großen Glücksmomente verzichten möchte, denn sie sind so wichtig, wie das Salz in der Suppe. Ebenso spielt deine Begeisterung eine große Rolle, vor allem wenn du noch auf der Suche nach dem bist was dich glücklich macht. Denn wenn die Begeisterung dich packt, ist die Motivation überflüssig. Kommt die Hingabe noch hinzu, bist du nicht mehr aufzuhalten.

Warum hole ich nun den etwas verstaubt klingenden Wert Zufriedenheit aus der Schublade und stelle ihn sogar noch über den Wert Begeisterung, Hingabe und Glück. Weil zufriedene Menschen ihre Begeisterung und Hingabe, dass wofür es sich lohnt zu brennen ohne auszubrennen, gefunden haben. Aus genau diesem Grund sind sie nachweislich glücklich. Sie haben aus einer Vielzahl von Möglichkeiten, dass gefunden wo sie in ihrem Element sind.

„Aus großer Ruhe quillt leise Zufriedenheit

Ohne Aufheben

Geburt innerer Freiheit

Fluss lebendigen Lebens“

 von Ema Sander

 

Der Beginn einer großen Freiheit selbst und bewusst zu entscheiden.

Warum es sich lohnt? Bestimmt kennst auch du Menschen, die dir mit strahlenden Augen und einer beneidenswerten Ausstrahlung von Zufriedenheit begegnen.

Am Anfang dieses Weges ist es zunächst wichtig, die für dich richtige Wahl oder Entscheidung zu treffen.

Es gehört jedoch immer eine gehörige Portion Mut und Entschlossenheit dazu.

Dennoch ist es nie zu spät!

Wenn du dich für die Freiheit entscheidest, dein Leben selbst und bewusst in die Hand zu nehmen, dann hast du diese Entscheidung aufgrund von Wahlmöglichkeit getroffen.

Grundvoraussetzung für eine Entscheidung ist, dass du eine Wahl hast. Dies war und ist nicht selbstverständlich. Denn es gab Zeiten, da war der berufliche, oder der geschlechtsspezifische Lebensweg vorbestimmt. Keine Wahl zu haben ruft das Gefühl der Ohnmacht hervor und macht über einen langen Zeitraum hinweg sogar nachweislich krank.

Vereinfacht würde dies nun bedeuten, je mehr Wahlfreiheit und je mehr Möglichkeiten, je zufriedener sind wir Menschen. Unsere gegenwärtige Situation zeigt jedoch ein ganz anderes Bild. Die ökonomische Vielfalt und eine Gesellschaft in der vieles möglich ist, sollte doch insgesamt aus zufriedenen Menschen bestehen.

  • Wieso sind dennoch so viele Menschen, obwohl materiell abgesichert, in unsrer Gesellschaft persönlich unzufrieden?
  • Ist es womöglich ein zu viel des Guten?
  • Oder hat dich schon die Langeweile der Übersättigung in ihren Bann geschossen?

Oder hast du Angst die falsche Entscheidung zu treffen und du suchst lieber nach guten Gründen, warum der richtige Zeitpunkt für deinen Aufbruch gerade jetzt noch nicht gekommen ist.

Die diffuse Furcht vor dem Ende des Gewohnten kennen wir auch alle. Dennoch sind es selten wirklich reale Gefahren, die dich behindern, dich weiter zu entwickeln, oder Veränderungen zu wagen. Vielmehr ist es unser eigenes Kopfkino, das sich eher mit den Problemen als mit den Lösungen beschäftigt.

  • Was kann alles passieren?
  • Wie reagiert mein Umfeld?
  • Was wenn ich versage?
  • Alles nur Träumerei?

Die Liste lässt sich beliebig fortführen. Auch liegt es mir fern Schönmalerei zu betreiben. Ich werde dir auch nicht sagen, du musst deine Träume und Ziele nur bunt genug visualisieren und alles geschieht ganz von alleine, wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Auch die sechs oder sieben Schritte zum Glück….naja alles nicht ganz mein Ding.

Ich kenne viele mutige Menschen, die ihr Leben in die Hand genommen und in ihrem Sinne gestaltet haben. Ebenso weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass diese Geschichten auch von Unwägbarkeiten erzählen.

Darum ist es mir zu Beginn des Weges so wichtig zu klären, worin dein WARUM besteht. Dein WARUM liegt in deinen WERTEN verborgen und sie sind die Triebfeder deines Herzens.

Deine Werte geben dir Klarheit im Irrgarten der vielen Wahlmöglichkeiten die im Außen lauern und lassen dich aus deinen eigenen Möglichkeiten, Fähigkeiten, Potenzialen deine eigenen Entscheidungen treffen.

Wahlmöglichkeiten brauchen gute Entscheidungen!

Deine Zufriedenheit, ist das gute Gefühl Wahlmöglichkeiten zu haben, die aus deinem inneren erwachsen. Denn Wahlmöglichkeiten helfen dir das Leben individuell, bunt und im eigenen Sinne wertvoll zu gestalten. Mit der Freiheit selbst und bewusst zu entscheiden, damit du nicht unter der großen Last der Vielfalt und Komplexität einknickst.

Genau darin besteht die Kunst.

Dein Gehirn ist ein Gewohnheitstier und neigt eher dazu bei Entscheidungen die vertraute Möglichkeit zu wählen. Daran ist ja zunächst auch nichts auszusetzen, denn Gewohntes gibt dir Sicherheit, Ruhe und Entspannung. Wenn du jedoch eine Entscheidung treffen willst, oder auch musst, die eine Weiterentwicklung oder eine Veränderung bedeutet, hilft dir dein Gehirn alleine nicht weiter. Mit deinem Verstand kannst du dir Situationen vorstellen und abschätzen wohin diese oder jene Entscheidung führt, bzw. welche Konsequenzen daraus folgen. In Kombination von Verstand und Gefühl kannst du sogar abwägen, wie du dich fühlst, wenn du dich für eine bestimmte Option entscheidest. Dies bedeutet aber auch, dass du gute Entscheidungen nur im Zusammenspiel von Gefühl und Verstand treffen kannst.

Ohne Gefühl ist also der Verstand ziemlich hilflos! Entscheidungen, bei denen Verstand und Gefühl an einen Strang ziehen sind leicht zu treffen und machen sogar Freude.

So und nun wird es spannend! Wenn Gefühl und Verstand einander wiedersprechen, spürst du eine totale Verwirrung. Du fühlst dich hin und her gerissen und bist nicht im Stande eine Entscheidung treffen.

Zwei Seelen wohnen ach in deiner Brust.

Nun heißt es doch immer, dass Geheimnis guter Entscheidungen besteht darin Verstand und Gefühl/Intuition miteinander sprechen zu lassen.

Was aber, wenn beide Teile (Verstand & Gefühl) im Clinch liegen, also unterschiedlicher Meinung sind.

Mit der Folge, dass es unter der Oberfläche tüchtig gebrodelt.

Hier ein Beispiel, was dir vielleicht bekannt vor kommt:

Du möchtest dich in deinem beruflichen oder auch privaten Alltag mehr abgrenzen und deine Bedürfnisse klar definieren und auch realisieren.

Alter Zustand: Immer wieder wurde aus einem zuvor klar formulierten NEIN ein JA, dann mache ich es eben schnell oder bleibe länger, springe ein…

Neuer Zustand: Nur dann JA sagen, wenn es ein ehrliches JA ist und dein NEIN auch wirklich NEIN bedeutet. Du möchtest dich von fremdbestimmten Erwartungshaltungen klar abgrenzen, deine Bedürfnissen klar definieren und auch einhalten.

Warum fällt es dir nun so schwer dein altes Verhalten abzulegen, obwohl du genau weißt, was du „eigentlich“ willst?

Eigentlich ganz einfach. Denn dein altes Verhalten hat oder hatte für dich immer mindestens einen guten Grund, einen Nutzen oder eine positive Absicht. Dieses alte Verhalten hatte in der Situation, wo es sich entwickelt hat, eine positive Wirkung. Zum Beispiel folgte ein Lob, eine Anerkennung, Zuwendung, Belohnung etc. So hat es sich als vorteilhafter Weg mental bei dir eingebrannt. Hinzu kommt und das macht das Chaos komplett, dass beide Möglichkeiten ihren ganz eigenen Nutzen für dich bereit halten.

Wenn Verstand und Gefühl sich streiten hilft nur noch verhandeln.

Dein Verstand sagt NEIN mit dem Nutzen, mehr Zeit für die Familie zu haben, ich lasse mich nicht ausnutzen, ich nehme mich und meine Bedürfnisse wichtig…

Aber zeitgleich schlägt dir dein Gefühl ein Schnippchen und hält dagegen, du fällst wieder in dein ursprüngliches Verhalten zurück.

Dein Gefühl sagt JA, mit dem Nutzen oder der positiven Absicht, mehr Anerkennung und Lob zu erhalten. Oder du gehst lieber einer Auseinandersetzung aus dem Weg, du befriedigst dein Harmoniebedürfnis…

Jeder Versuch, sich gegen etwas zu entscheiden oder ein unerwünschtes Verhalten auf Dauer zu ändern, ist von vornherein zum Misserfolg verurteilt, wenn du den guten Grund, die positive Absicht oder den Nutzen, den dieses Verhalten für dich gebracht hat, von dir nicht gewürdigt wird.

Beide Teile (Gehirn/ Gefühl) haben immer einen guten Grund, einen Nutzen oder eine positive Absicht wofür es sich lohnt zu kämpfen. Darum finde im ersten Schritt zunächst den Nutzen beider Teile heraus. Alle deine Bedenkenträger, Schweinehunde, Rebellen… haben eine positive Absicht! Höre sie dir an oder schreibe sie gerne auf. Sei dabei ehrlich zu dir selbst. Würdige, bedanke dich für ihren Einsatz.

Ein Verhalten gegen ein anderes aus zu tauschen ist erst dann akzeptabel, wenn es einen adäquaten, alternativen Nutzen bringt.

Denn jeder Versuch dein unerwünschtes Verhalten zu bekämpfen, führt zu einer Gegenreaktion, die den Versuch etwas zu ändern scheitern lässt.

Berücksichtigst du jedoch den Grund oder sogar den Sinn, den dein Verhalten hat oder hatte, dann ist die Veränderung viel einfacher. Unter Berücksichtigung der alten positiven Absicht treffen beide Teile eine einvernehmliche Lösung und du kannst nun eine für dich stimmige Entscheidung treffen.

Wenn zwei sich streiten, weil ihr jeweiliges Anliegen so wichtig ist, gibt es nur die Möglichkeit des Verhandelns, bis eine gemeinsame Vereinbarung getroffen wird. Eine Möglichkeit, die zu eine gegenseitigen Lösung führt, ist es über den Nutzen, den guten Grund, den beide Teile für dich bereithalten. Finde einen gemeinsamen Nenner mit dem beide Teile zufrieden sind. So erhältst du eine Lösung, mit der Kopf und Gefühl einverstanden sind. Beide haben ihren Auftrag erfüllt und geben dir das gute Gefühl eine für dich nützliche, stimmige Entscheidung getroffen zu haben.

Das Beste, beide Teile unterstützen, stärken dich auf dem Weg in die Umsetzung, selbst wenn es Gegenwind von außen gib.

Es gibt keine Fehlentscheidungen.

Ob es eine richtige Entscheidung ist, oder nicht, kannst du erst im Nachhinein sagen. Im Moment des Entscheidens gibt es gute Gründe dafür. Was danach geschieht, hast du nur bedingt in der Hand. Wenn du dir das bewusst machst, entscheidest du dich nicht nur leichter, sondern du wirst auch weniger Reue verspüren.

Du hast immer mehr als nur eine Wahl!

Liebe es! – Verlasse es!

Wenn du es nicht verlassen kannst, dann setze eine rosarote Brille auf, bis der rechte Zeitpunkt gekommen ist.

Nur Mut!

Ich wünsche ich dir viel Spaß beim Treffen deiner eigenen Entscheidungen. Damit du die Wahlmöglichkeiten nutzt, die dir helfen dein Leben bunt, individuell und in deinem Sinne wertvoll zu gestalten.

Nimm dein Leben in die Hand, sei es dir wert, damit auch du mit lächelnden Augen und einer Ausstrahlung von innerer Zufriedenheit durch dein Leben gehst.

Zum Schluss noch eine Buchempfehlung: „Fünf Dinge, die sterbende am meisten bereuen“ von Bonnie Ware (Arkana)

„Am meisten bereuen wir nicht, was wir getan haben, sondern das, was wir nicht getan haben“.

Über ein Feedback von dir freue ich mich immer. Daran kann ich wachsen. Stelle gerne deine Fragen, denn nur so weiß ich wo der Schuh gerade drückt.

Alles Liebe

Helga Schauff

Dein Lebensphasenguide, für Frauen in Aufbruchstimmung (und mutige Männer).

Mitten im Leben, neues denken für neue Lösungen.

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