Wenn man weiß, das Träume, Träume bleiben – Teil 2

Wie ihr in Teil 1 lesen konntet, stand ich mit 27 Jahren vor den Trümmern meiner ersten Ehe. Da wir ein angezahltes eigenes Haus hatten, bekam ich 25.000 DM, die ich meinem Exmann gestattete, in 10 jährlichen Raten a 2.500 DM zu zahlen. Er hätte sonst das Haus verkaufen müssen, was ich schade gefunden hätte.

Im Nachhinein kann ich mich nur als „selten dumme Nuss“ bezeichnen. Hätte ich die Summe auf einmal erhalten, wäre das eine Anzahlung für eine eigene Wohnung gewesen. Aber so, … Nun gut: Es ist wie es ist.

Damals waren wir mit sehr netten Nachbarn befreundet. Sie hatten eine 18jährigen Sohn, der sich in mich verliebt hatte. In der letzten Phase meiner Ehe, die die unglücklichste war, kamen wir uns näher. Auch ich verliebte mich und genoss es, von ihm geradezu vergöttert zu werden. Nach meiner Scheidung zogen wir nach Köln in eine kleine Wohnung. Mit seinen Eltern verstand ich mich sehr gut. Die 9 Jahre Altersunterschied fielen zumindest äusserlich nicht auf. Er war damals noch in der Ausbildung, so dass ich den Hauptteil des Haushaltseinkommens bestritt. Auch sonst lag nun alles in meinen Händen, was ich sehr genoss. Nach einer Ehe, in der ich nichts zu sagen hatte, tat das meinem Selbstbewußtsein ausgesprochen gut.

Die Ehe ging auch vier Jahre lang gut, obwohl er von seinem Vater die Vorliebe für Alkohol geerbt hatte. Das gefiel mir zwar nicht, aber er wurde alkoholisiert wenigstens nicht bösartig. Als er dann mit seinen Kollegen auf Kegeltour fuhr, ist es wohl passiert: Er ging fremd, was er mir dummerweise nachts im Schlaf ungewollt selbst erzählte. Obwohl vorgeschädigt, verzieh ich ihm diesen Seitensprung. Schließlich hatte er keine Erfahrung sammeln können, denn ich war seine „Erste“. Als er sich mit seinem „Verhältnis“ noch einmal traf und ich in unserem Auto eindeutige Spuren von – ihr wißt schon was – fand, warf ich ihn aus der Wohnung. Er zog zurück zu seinen Eltern.

Als einige Wochen später meine Schwester heiratete, waren wir beide eingeladen. Wir näherten uns wieder an und er zog zu mir zurück. Kurz darauf, in einem gemeinsamem Urlaub, kam es dann zum finalen grossem Krach und er zog wieder aus.

Zumindest beruflich ging es mir in dieser Zeit gut. Ich hatte mich inzwischen zur Chefsekretärin hochgearbeitet, was sicher auch mit meinem inzwischen gewachsenem Selbstbewußtsein zu tun hatte. Insofern hatte diese Ehe auch ihr Gutes. Aus dieser Beziehung ging ich diesmal mit Schulden heraus, die wir uns bei der Scheidung teilten. Aber ich hatte ja einen guten Job und konnte damit leben.

Wie es weiter ging, erfahrt ihr in der nächsten Woche.

 

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