Zwischen 40 und 60 – Interview mit Monika Hönisch

Monika ist 61 Jahre alt und hat eine große Leidenschaft für Bücher. Am liebsten liest sie mit anderen zusammen in einer Leserunde. Seit kurzem führt sie den Blog “Seitenweise” und stellt uns dort interessante Literatur vor.

Liebe Monika,

Wie war Dein Lebensgefühl mit 40 und wie unterscheidet es sich zu heute?

Mit 40 : Rückblickend habe ich zuviel gearbeitet. Ich war immer ein Sicherheitsmensch. In der Firma, in der mein Mann beschäftigt war, gab es über viele Jahre hinweg Entlassungswellen. Jetzt ist klar, er war davon nie betroffen und für mich hätte eine Teilzeitstelle auch gereicht.

Ausserdem habe ich in diesen Jahren als Arzthelferin eine Praxis mit aufgebaut. Das kostet viel Kraft und Freizeit und ich würde es nicht noch einmal machen.

 

Mit 60: Jetzt bin ich mit meinem Berufsleben durch, tue nur noch, was mir Spaß macht und nutze die Zeit. Manchmal denke ich: “Wie lange noch?”, aber diese Gedanke wische ich dann schnell wieder zur Seite.

Zwischen den beiden Bildern liegen 15 Jahre.

 

Welche Wünsche und Träume hattest Du in diesem Alter und was davon ist in Erfüllung gegangen?

Privat habe und hatte ich ein schönes Leben. Wenn ich jemals über Träume nachgedacht habe, so ist das der, die große Liebe zu heiraten. Dieser Traum ist in Erfüllung gegangen. Unsere Wünsche, die nie sehr groß waren, haben sich erfüllt. Wir waren immer ein sehr zufriedenes Paar und uns selbst genug.

 

Wenn Du heute auf die letzten 20 Jahre zurück schaust, wie ist Dein Resumé?

Schade, dass man sich für sich selbst nicht mehr Zeit genommen hat. Unsere Generation hat zuviel Pflichtgefühl eingeimpft bekommen. Aber, wie gesagt, das ist Schnee von gestern. Mit 61 Jahren bin ich nun endlich in der Spaßgesellschaft angekommen.

 

Gab es Schicksalsschläge oder tiefgreifende Veränderungen in dieser Zeit und wie haben sie Dein Leben beeinflußt?

Der einzige Schicksalsschlag war eine Brustkrebsdiagnose vor 25 Jahren. Dann denkt man natürlich daran kürzer zu treten, das Leben mehr zu geniessen. Diese Gedanken verflüchtigen sich im Lauf der Jahre aber wieder. Das wissen aber, dass man auch in Jungen Jahren nicht vor Krankheit und Tod gefeit ist, stärkt.

 

Bist Du heute zufriedener oder trauerst Du der alten Zeit hinterher?

Nein, ich lebe im Hier und Jetzt. Schade, wir hatten keine Kinder. Heute habe ich eine Familien-Patenschaft übernommen und betreue einmal die Woche einen 17 Monate alten Jungen. Ich tobe mit ihm über die Spielplätze, wir gehen Eis essen und ich überlege mir Spiele und schaue mit ihm Bilderbücher.

 

Welche Wünsche und Träume hast Du für die nächsten 20 Jahre?

Ich bin heute ein sehr zufriedener Mensch und hoffe, dass unser Leben, so wie es heute ist, noch mindestens zwanzig Jahre weitergeht. Ich tue, was mir Spaß macht und staune, wieviel das doch ist.

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten. Du machst es heute richtig. Genieße dein Leben, denn das Leben ist kurz genug.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Monika,
    schön, Dein neuer Blog mit den Literaturbesprechungen. Ich bin auch eine passionierte Leserin und schau bestimmt Immer mal vorbei. “Was vom Tage übrig bleibt” ist auch mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle grandios verfilmt.
    Liebe Grüße
    Bri vom Meer

    Antworten

    • Liebe Bri,
      Ich freue mich über jeden der in Seitenweise reinschaut.
      Momentan ist es ja nur eine Internetseite, aber ab dem Herbst ( dann bin ich Rentnerin), soll es ein Blog werden.
      Ein Blog will viel mehr gepflegt werden, in Seitenweise schreibe ich nur etwas nach Beendigung eines Buches.

      Viele liebe Grüße
      Monika

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