Auf das Nötigste beschränken

Treue Leserinnen wissen, dass ich aufgrund meiner nicht gerade üppig ausfallenden Rente früher oder später in eine kleinere Wohnung ziehen wollte. Im Moment lebe ich in einer Drei-Zimmer-Wohnung, die in einer mittleren Preislage liegt. Für Kölner Verhältnisse ist die Wohnung zwar bezahlbar, aber ich muß auch an die Zukunft denken. Irgendwann einmal werde ich nicht mehr dazu verdienen können.

Ein weiterer Grund ist, dass ich zwar viel Wert auf schönes Wohnen lege, mir aber Kunst, Kultur, Theater usw. mindestens genauso wichtig sind. Auch diese Vergnügen kosten leider Geld.

Seit fast genau drei Jahren lebe ich jetzt in diesem Haus und habe mir wunderbare Kontakte, sowohl nachbar- als auch freundschaftlich, aufgebaut. Deshalb will ich hier auch nicht weg. Meine Vermieter hatte ich gebeten, sobald eine kleinere Wohnung im Haus frei wird, dort hinein ziehen zu dürfen. Jetzt ist es so weit. Mein Freund und Nachbar Florian beginnt im Oktober sein Master-Studium in Kiel und seine Wohnung wird frei. Sie ist zwar um einiges kleiner als meine jetzt, aber gut geschnitten. Alles wirklich Notwendige paßt hinein und das ist ja das Wichtigste. Eine kleine Terrasse zum Garten ist auch dabei, die so hübsch ist, dass sie mein Lieblingsplatz werden könnte.

Die Wohnung liegt im Erdgeschoß und ist deshalb auch in anderer Hinsicht von Vorteil. Kater muß nicht mehr klettern um nach Hause zu kommen und ich muß, bis auf drei Stufen, keine Treppen mehr steigen. Heute ist das zwar noch kein Problem, aber wir beide werden ja nicht jünger. Der Nachteil ist, es ist nur eine Ein-Zimmer-Wohnung. Die Küche und das eine Zimmer sind aber sehr geräumig. Insgesamt hat die Wohnung ca. 45 qm.

Ein bißchen Traurigkeit bleibt jedoch. Ich verstehe immer noch nicht, dass ich nach einem Leben voller Arbeit in diesem so reichen Deutschland als Rentner meinen Lebensstandard so herunterschrauben muß. Die mühsam angesparte Altersvorsorge ist ja, durch die schwere Krankheit meines Mannes und die Insolvenz seiner Firma, für die Deckung der daraus resultiernden Schulden draufgegangen. Also bleibt mir leider nur die staatliche Rente. Die Freude aber überwiegt mittlerweile und die Lust auf das Neue. Im Gegensatz zu manch anderen Rentnern, die ich hier oft Flaschen sammeln oder Zeitungen austragen sehe, geht es mir relativ gut. Ich will also nicht meckern.

Am 1. November ziehe ich ein und habe jetzt begonnen auszusortieren. Die neue Wohnung soll ja nicht vollgestopft sein. Nun macht es sich bezahlt, dass ich nach dem Tod meines Mannes rigoros “entrümpelt” habe. Lediglich das Büro ist noch ziemlich voll mit gehamstertem Büromaterial, dass ich zum Teil seit Jahren nicht mehr gebraucht habe. Also nix wie weg damit. Zunächst stelle ich das Material den Hausbewohnern zum kostenlosen Mitnehmen zur Verfügung. Der Rest kommt dann an den Straßenrand, wo sich – wer will – bedienen kann. Der hoffentlich kleine Rest kommt dann in den Müll.

Schon die letzten drei Jahre habe ich mit wenig “Zeug” gelebt und dabei festgestellt, dass man, beschränkt auf das wirklich Wichtige, sehr befreit lebt. Deshalb fürchte ich die räumliche Verkleinerung auch nicht. Jedenfalls bin ich schon ein wenig aufgeregt und hoffe, dass dies der letzte Umzug meines Lebens ist.

Im Moment richte ich eine spezielle Seite ein mit Möbeln und Gegenständen, die zum Verkauf stehen. Schließlich kann ich nicht alles verschenken und ein bißchen Geld kann ich gut gebrauchen. Die Seite findet ihr hier. Bei Interesse macht mir bitte ein Preisangebot.

Eure Karin 

 

Kommentare (15) Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.