Die Schmach einsam zu sein

Eigentlich bin ich eine kontaktfreudige und selbstbewusste Person. Ich liebe Menschen und unterhalte mich gerne. Trotzdem fühle ich mich oft verdammt einsam. Darüber zu sprechen fällt mir ehrlich gesagt schwer.

Gestern habe ich gelesen: “Wer hungrig ist, muß Essen organisieren. Wer einsam ist, muß Kontakte organisieren.” Das aber ist nicht mein Problem. Ich habe Kontakte, nette Menschen, die ich mag und die mich mögen und meine kleine Familie. Mein Problem ist eher, dass ich Angst habe lästig zu sein.

Es fällt mir zum Beispiel unsagbar schwer um Hilfe zu bitten. Da reicht das kleinste, mir merkwürdig erscheinende Wort und schon ist das Gefühl da, den Menschen auf die Nerven zu gehen. “Nein danke, das mache ich schon selbst” war von Jugend an meine Devise. Der Nachteil des Älterwerdens ist jedoch, dass die Kräfte schwinden und ich einiges, dass früher für mich ein Leichtes war, einfach nicht mehr so einfach hinbekomme. In solchen Situationen, wenn ich von anderen abhängig bin, ist es wieder da, das Gefühl der Einsamkeit und ich könnte einfach nur losheulen – manchmal tue ich es sogar.

Während ich das alles niederschreibe kommen viele Gedanken in mir hoch. Was machen die Menschen, die nicht so extrovertiert sind wie ich – Menschen, denen es schwer fällt Kontakte zu knüpfen? Wie einsam müssen sie sich erst fühlen. Ich glaube, sehr viele sind einsam und trauen sich nicht es zu sagen. Wir stossen in unserer Gesellschaft allzu oft auf Unverständnis. Wir haben nicht einsam zu sein, wir können raus gehen in Cafes, ins Theater, ins Museum und, und … Was ist aber mit den Menschen, die einfach nicht alleine irgendwo hingehen mögen oder können?

Wie ist es mit den Singles und Witwen/Wittwern unter euch? Seit ihr manchmal einsam oder fühlt euch allein gelassen und wie geht ihr damit um?

 

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