Seltsame Zeiten

Lange habe ich nichts mehr geschrieben, außer Buchrezensionen, denn gelesen habe ich viel. Eine Unlust, sogar Schwermut hat mich gepackt. Dabei ist in den letzten Monaten erstaunlich viel passiert.

Da ist Corona, die Pandemie, die unser aller Leben verändert und mich in den letzten acht Monaten nur die nötigsten Wege hat gehen und die engsten Menschen hat treffen lassen. Auch ich gehöre  altersbedingt zur Risikogruppe, aber vielmehr möchte ich meine Freundin schützen, denn  den Kontakt mit Ihr will ich weiter pflegen. Sie ist 71 Jahre alt und hat etliche Vorerkrankungen. Sie würde eine Coronainfektion wahrscheinlich nicht überleben. Also heißt es Rücksicht nehmen und vorsichtig sein.

Das Solotanzen, mit dem ich Mitte des Jahres (natürlich unter strengsten Auflagen) begonnen habe, fällt jetzt auch wieder flach, weil die Tanzschule – Lockdown sei Dank – schließen musste. Ist nicht schön, aber ich verstehe es.

Meine Schwester und ihr Mann, die bereits Anfang Mai beruflich für 4 Jahre nach Johannesburg umziehen wollten, hatten in den letzten Monaten eine nervenaufreibende Zeit. Erst durften wir Deutschen nicht reisen, dann machte Johannesburg zu. Anfang Oktober hätten Sie einreisen können, aber die Visa waren nicht da. Südafrika ist mit tausenden Visa im Rückstand. Mitte Oktober machte das Land dann für Deutsche wieder zu. Die Wohnung hatten die Beiden bereits zu Ende April gekündigt. Sie mußten sich mit Ferienwohnungen, zwei insgesamt, begnügen, um nicht unter der Brücke schlafen zu müssen. Ende Oktober wäre wieder ein Umzug fällig gewesen. Jetzt hatte der Arbeitgeber meines Schwagers ein Einsehen und auch ein bißchen Mitleid, gleube ich und entsendetete meinen Schwager vorläufig nach Accra, die Hauptstadt Ghanas. Letzte Woche Donnerstag konnten die Zwei ausreisen und, wenn auch verspätet, mit dem größten Abenteuer ihres Lebens beginnen. Nun warten Sie dort auf ihr Visum und lernen schon einmal einen vollkommen anderen Teil Afrikas kennen. Ich freue mich, dass das Warten nun endlich ein Ende hat und bin gleichzeitig sehr traurig. Gut ist, dass wir heute so viele Kontaktmöglichkeiten auch über weite Entfernungen haben. So können wir uns per Videotelefon sehen und über die sozialen Netzwerke und WhatsApp bleibe ich immer gut informiert.

In den letzten Monaten haben die Beiden viele Dinge zu mir gebracht zum Einlagern und auch zum Weiterverkaufen. Mein Keller und meine Schränke sind voll. Mit dem Verkauf von Hab und Gut werde ich wohl noch eine lange Weile beschäftigt sein.

Ihr seht, Stoff gibt es genug um zu Schreiben und trotzdem fehlte mir der Antrieb. Ich hoffe, ich bessere mich und Ihr bleibt mir und meinem Blog treu. Bleibt gesund meine Lieben, dann schaffen wir es durch diese schweren Zeiten.

 

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