Tolle Frauen: Vivienne Westwood

Vivienne Westwood mit Ehemann Andreas Kronthaler

Vivienne Westwood mit Ehemann Andreas Kronthaler

„Wer keinen Wert auf sein Äußeres legt, kann auch innerlich kein schöner Mensch sein.“

 

Ein bißchen verrückt ist sie ja schon, die gute Vivienne – aber, warum nicht? Was ist schon normal?

Vivienne Westwood wurde am 8. April 1941 als erstes von insgesamt drei Kindern in Glossop, Derbyshire in England geboren. Fasziniert von Kunst und Design besuchte sie zunächst ein Jahr lang die Harrow Art School, wo sie die Fächer Mode und Silberschmiedekunst belegte.

Da sie sich jedoch als Arbeiterkind nicht vorstellen konnte, später einmal in der Mode Hand und Fuß zu fassen, brach sie kurzentschlossen das Studium ab und begann eine Ausbildung als Grundschullehrerin. Im Alter von 20 Jahren unterrichtete Westwood 1961 an der Grundschule in Willesden, London. Sie heiratete ein Jahr später den Werkzeugmacher Derek Westwood, mit dem sie den gemeinsamen Sohn Benjamin Arthur (Ben) bekam. Die Beziehung der beiden dauerte drei Jahre, bevor Vivienne Westwood vor ihrem Mann flüchtete und sich anschließend wieder scheiden ließ. Ihren zweiten Sohn Joseph Ferdinand Corre brachte Westwood 1967 zur Welt.

Wegen finanzieller Schwierigkeiten war sie gezwungen, die Kleidung für ihre zwei Söhne selbst zu fertigen und erlernte als Autodidaktin das Schneiderhandwerk. Dabei zerlegte sie die Kleider in ihre Einzelteile, um so die Schnitte nachzuvollziehen. Mit ihrem zweiten Lebenspartner Malcolm McLaren, von dem sie ihren zweiten Sohn bekam, eröffnete sie 1971 unter dem Namen „Let it rock at Paradise Garage“ ihre erste Modeboutique. Anfänglich kreierte sie Mode für die sogenannten Teddyboys im Stil der 50er Jahre. Nach dem Tod der Stilikone James Dean 1955 benannte Vivienne Westwood ihre Boutique in „Too fast to live to young to die“ um. Es folgten kurze Ausflüge in die Welt der Biker- und Fetischmode sowie der Reizwäsche, weshalb sie ihrem Laden 1974 den Namen „Sex“ gab. Als sie die britische Band Sex Pistols mit ihren außergewöhnlichen Entwürfen ausstattete, schaffte sie es nicht nur zur Stilikone, sondern wurde auch zur Queen of Punk ernannt.

Weg vom Punk-Image und entschlossen ihre Mode nun der Öffentlichkeit zu präsentieren, nannte sie ihren kleinen Laden 1980 schließlich „World´End. 1981 gründete sie ihr Label Vivienne Westwood. Von McLaren trennte sie sich 1983. Danach folgten zahlreiche Kollektionen wie Witches, Cut and Slash, eine erste Herrenkollektion 1990, Five Century ago 1995 (Selbstinszenierung als Elizabeth I.) uvm.

Während ihrer Professur an der Hochschule für Angewandte Künste in Wien lernte Vivienne Westwood den 25 Jahre jüngeren Tiroler Andreas Kronthaler kennen und lieben. 1992 heirateten die beiden und leben seither im Südwesten Londons zusammen. Kronthaler erweiterte die Linie Westwood zusätzlich mit einer Herrenkollektion. Ihr Duft „Boudoir“ und ihre erste Haute-Couture Kollektion brachte sie ebenfalls in den 90er Jahren auf den Markt. An der Universität der Künste in Berlin war Westwood von 1993-2005 als Dozentin beschäftigt.

Vivienne Westwood ist neben Yves Saint Laurent, Emanuel Ungaro, Giorgio Armani, Karl Lagerfeld und Christian Lacroix eine der sechs wichtigsten und einflussreichsten Modemacher unserer Zeit.

Längst weg vom rebellischen Punk-Style steht die Mode Westwoods heute für eine renommierte und exzellente Art der britischen Bekleidung. Für aussagekräftige Schnitte mit Betonung auf Hüften und Busen verwendet die Designerin bevorzugt Woll-, Karo- und Tweedstoffe. Sie holte das legendäre Korsett zurück und lässt die Models mit Piratenstiefel oder in 30 cm hohen Hacken über den Laufsteg stolzieren. Vivienne Westwood macht Frauen Mut zur Originalität in der Kleiderwahl.

Quelle: Fahionpress | Bild: Featureflash / shutterstock.com

 

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Vivien Westwood – tolle Frau! Wenn ich hier ihre Lebensgeschichte lese, sie ist hartnäckig und willenstark. Außergewöhnlich, dass sie sich das Schneiderhandwerk selbst beibrachte und einen so großen Erfolg als Modedesignerin feiern konnte. Andere gehen dafür viel Jahre in Designerschulen. Ich liebe auch ihr Parfüm – Boudoir, steht bei mir zu Hause.

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    • Ganz unbescheiden 😉 kann ich von mir sagen, dass ich mir vieles in meinem Leben selbst beigebracht habe und noch beibringe. So auch meinen heutigen Beruf. Ich weiß also, was es bedeutet und bin immer ein Fan von Frauen, die aus eigener Kraft etwas aus ihrem Leben machen und nicht Karriere machen, weil sie die Frau von Herrn „Ichbinwer“ machen.

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