Wenn man weiß, das Träume, Träume bleiben – Teil 1

Die meisten Frauen meiner Generation wünschten sich in jungen Jahren ein sorgloses Leben, einen netten Ehemann, Kinder und vielleicht ein Haus im Grünen.

Schon in meiner Kindheit und Jugend war mir klar, dass das mit dem sorglosen Leben so eine Sache ist. Diese Zeiten waren schon nicht leicht für mich. Ruhe also alle Hoffnungen auf der Erwachsenenzeit. Wir machen unser Glück von unserem Partner abhängig und müssen schmerzlich lernen, dass dies eine Illusion ist. Wir sind immer nur für uns selbst verantwortlich.

In meiner ersten Ehe erfüllte sich einer meiner Träume: Das eigene Haus. Das allerdings war teuer erkauft. Wir waren jung, erst Anfang 20, als wir unser Haus bauten. Mein Mann war nicht sparsam, er war geizig. Das aber passte nicht zu mir, denn ich bin eher großzügig. Wir hatten bereits in jungen Jahren eine ordentliche Summe angespart und konnten so ohne Mühe unser Haus an zahlen. Der Nachteil, der Spaß im Leben, den man in diesem Alter gerne hätte, blieb vollkommen auf der Strecke. Das Leben bestand fast nur noch in Arbeiten gehen, Haus putzen und im Garten arbeiten. Ab und zu gingen wir auch einmal zum tanzen, aber an allem wurde gespart. Maximal ein bis zwei Drinks, egal wie durstig ich war, gab es in der Disko. Beim Essen gehen mit Freunden wurde ein Essen geteilt. Glaubt mir, das war nicht lustig. Es gab keine neue Kleidung und eingekauft wurde ausschließlich bei Aldi.

Das alles wäre noch irgendwie zu verkraften gewesen, wenn mein Mann nicht gleichzeitig hinter allem her gewesen wäre, was einen Rock an hatte oder an haben könnte. Er ging fremd und nicht nur einmal. Mein Selbstbewußtsein schrumpfte auf ein Minimum, so lange bis ich es nicht mehr aushielt. Nach 6 Jahren beendete ich diese Ehe und damit platzten 2 Träume gleichzeitig. Ehemann weg, Haus weg und zum ersten Mal das Gefühl versagt zu haben.

Wie es weiter ging erfahrt ihr nächsten Mittwoch.

 

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