Alle eure Daumen

Ihr Lieben, heute gibt es wieder einmal etwas sehr persönliches von mir. Seit Donnerstag vor einer Woche befinde ich mich in Schockstarre. An diesem Tag hatte ich meinen ersten Krebsnachsorgetermin. Knapp drei Monate sind vergangen, seit mir die linke Stimmlippe entfernt wurde. Seit dem war ich fleissig.

Ich trainierte, zusammen mit dem Logopäden meine Stimme und wühlte mich durch den Schreibkram, durch den nun einmal selbstständige in so einem Fall durch müssen.  Die Zeit verging erstaunlich schnell und dann war er gekommen, der Tag der Nachuntersuchung. Meine Schwester begleitete mich und wir waren beide frohen Mutes, sahen wir doch die Untersuchung als reine Routine an.

Einige Tage zuvor bekam ich leichtes Kratzen im Hals und ein bißchen Husten. Bei mir immer Anzeichen für eine bevorstehende Erkältung. Als ich während der Untersuchung allerdings gefragt wurde, ob meine Heiserkeit stärker geworden wäre, ahnte ich schon etwas. Auf den von der Ärztin gemachten Bildern konnte ich sehen, dass es eine Veränderung in meinem Hals gibt. Der Oberarzt wurde hinzugerufen. Ja, es ist wieder etwas gewachsen in meinem Hals und Montag werde ich, zum dritten Mal innerhalb von drei Monaten, operiert. Ich gebe zu, ich war und bin immer noch geschockt. Meiner Schwester und meinem Umfeld geht es genau so. Nach Aussage der Ärzte kann es sich sowohl um wucherndes Narbengewebe, als auch um ein neues Karzinom handeln. Diese Art Krebs wird sehr engmaschig kontrolliert, weil sie die am schnellsten wachsenden Tumore hervorbringt.

Natürlich möchte ich positiv denken und glauben, dass es nur Narbengewebe ist, aber die Angst läßt sich einfach nicht wegschieben. Gerade in den letzten beiden Jahren habe ich gesehen, welch großes Arschloch Krebs eigentlich ist, – eine Krankheit, die verdammt heimtückisch sein kann, also denkt bitte an mich und haltet mir die Daumen – je mehr, desto besser. Beim letzten Mal hat das sehr geholfen.

Für meinen Mann, der den Kampf leider verloren hat:

 

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