Alt werden beginnt im Kopf

Wußtet ihr, liebe LeserInnen, dass in Deutschland ungefähr 17000 Menschen 100 Jahre oder älter sind? Nicht nur, dass wir älter werden, als jede Generation zuvor, wir altern auch jünger. Mit mutigen Outfits, statt Rentnerbeige verschleiern wir nicht unser wahres Alter, nein, wir sind so jung.

Wenn ich das Foto meiner Lieblingsoma betrachte, die bereits im Alter von 58 Jahren gestorben ist, sieht sie aus heutiger Sicht aus wie mindestens 75. Nicht umsonst sagt man heute:

“Sechzig ist das neue Vierzig”

 

Ist die Art zu altern genetisch bedingt?

Gute Gene alleine können nicht der Grund sein, dass wir heute körperlich und geistig so viel jünger sind, als die Zahl auf unserer Lebensuhr. Schließlich hatten unsere Großmütter diese Gene, zumindest teilweise, auch. Die Medizin hat wahnsinnige Fortschritte gemacht und hat mittlerweile für fast jedes altersbedingte Zipperlein ein passendes Mittelchen. Das alleine ist es aber auch nicht. Wir haben heute einen gesünderen Lebensstil, mußten in der Regel nie Hunger leiden, wie unsere Eltern und Großeltern in den Kriegsjahren. All das zahlt sich im Alter aus.

Freundschaften, Teilhabe und ein bißchen Bewegung

Soziale Kontakt spielen für unser Wohlbefinden ein große Rolle. Wir können auch in höherem Alter noch neue Freundschaften schließen, wenn wir offen und neugierig bleiben. Das Gleiche gilt für die Teilhabe am Leben um uns herum, in unserem Stadtteil oder in unserem Dorf.

Als Sport reicht es schon fünfmal die Woche schnellen Schrittes eine halbe Stunde spazieren zu gehen. Das schaffen auch die größten Sportmuffel.

Wer sich jung fühlt, ist es auch

Unser Denken hat eine sehr große Auswirkung auf unser Fühlen. Wer mit jeder Falte hadert, sich verschließt und nicht mehr offen ist für Neues, der fühlt sich auch alt. Positiv denken hilft, denn schließlich können wir, je älter wir werden, umso stolzer sein, wie wir das alles schaffen. Trotz der kleineren und leider manchmal auch größeren Handicaps, die Lust auf das Leben nicht zu verlieren, hilft uns das Alter anzunehmen. Ich kenne Menschen, die sind in ihrer Denkweise schon mit Zwanzig alt, was beweist, das die innere Haltung von großer Wichtigkeit ist.

Laßt uns also interessiert bleiben, unsere Umwelt bewußt wahrnehmen und auch den Kontakt mit jungen Leuten suchen. Wer sich nicht mehr gebraucht fühlt, kann ehrenamtlich helfen. Je nach den noch vorhandenen Kräften, können wir zum Beispiel Flüchtlingen helfen, Kranke oder Alte besuchen oder einfach Ersatzoma oder -opa sein für Kinder, die keinen eigenen Großeltern haben. Helfen macht glücklich und hält uns ebenfalls jung.

Wie ich finde, sind wir eine tolle Generation, die viel erlebt und immer noch Wünsche und Pläne für die Zukunft hat. Junge Alte eben!

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist schon spannend liebe Barbara und genau so, wie du es beschreibst, ist es auch. Hab mir gerade eine Lederjacke gekauft und Jeans kann ich mir aus meinem Leben nicht mehr wegdenken. Voriges Jahr war ich auf dem Stones-Konzert. Das ich einmal Volksmusik mögen werde? So alr kann ich gar nicht werden.

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  2. Ein schöner Artikel! Ich war schon immer neugierig darauf, wie unsere Generation, der jetzt 50-60 Jährigen, mal als Rentner sein wird. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir keinen Krieg mehr erlebt haben mit all seinen Schrecken wie unsere Großeltern und Eltern.

    Wir haben die 68er erlebt und sind mit Rockmusik im Teeniealter großgeworden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir Kaffeefahrten, Rheumadecken, Schunkelmusik, Dauerwelle und rentnerbeige Klamotten im Alter plötzlich gut finden.

    Nein, ich bin sicher, es bleibt bei Jeans, (gerne jetzt als bequeme Schlupfhose, sieht ja keiner) Boots und Lederjacke, gerne mit Perlenkette. So als Bruch :-).

    Das wird spannend!

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