Ein schwerer Abschied

Sweet Sixty muß in Zukunft ohne Katers Kolumne auskommen. Am Freitag hat Kater seine Freiheitsliebe mit dem Leben bezahlt. Er wäre im Juni 10 Jahre alt geworden.

Damals, vor gut acht Jahren, als ich noch mit meinem Mann in Krefeld wohnte, haben wir Kater als Welpen kennengelernt. Er gehörte zu einem unserer Nachbarn. Später, als er schon mehr als ein Jahre alt war, wurde er von seinen Besitzern vernachlässigt. Er kam ständig zu uns, hungrig und oft schwer verletzt. Er hatte heftige Revierkämpfe mit anderen Katern, weil er nicht kastriert worden war. Irgendwann zog er dann komplett zu uns. Er hatte uns ausgesucht und nicht wir ihn. Wir ließen ihn kastrieren und fortan war er ein geliebtes Familienmitglied.

Ich muß zugeben, dass Kater zu dieser Zeit mehr an seinem Katzenpapa hing, als an mir. Die beiden waren ein Herz und eine Seele und ich fürs Futter zuständig. Vor vier Jahren hat Kater meinen Mann in den Tod begleitet und viele Monate getrauert. Kater und ich zogen dann nach Köln und waren von Stund an unzertrennlich.

Kater, du warst ein wundervolles Wesen. Du liebtest die Menschen so sehr und sie dich. Mit deinem Charme hast du sie alle um den Finger gewickelt. Im ganzen Haus wurdest du geliebt, hattest an mehreren Stellen Katzenklöchen und Futternäpfe, was man dir später auch ein wenig ansah. Du warst frei geboren, warst immer gerne draussen. Leider bliebst du nicht immer nur im Garten, denn dafür warst du viel zu neugierig. Diese Neugierde hast du nun mit dem Leben bezahtl. Ein Autofahrer konnte nicht mehr bremsen und von einem Moment zum anderen war dein Leben vorbei. Deine Ersatz-Katzeneltern, meine Vermieter, haben dann erlaubt, dich in deinem geliebten Garten zu begraben. So bist du immer bei uns.

Lieber Kater, ich bin unendlich dankbar für die Jahre, die wir gemeinsam hatten. Es war schön, wenn du kleiner Clown mich zum Lachen gebracht hast. Deine Zärtlichkeit, dein Vertrauen und deine Liebe habe ich so sehr genossen und ich werde dich unendlich vermissen.

Tschüss mein kleiner Stropp – ich bin ganz sicher, hinterm Regenbogen ist es schön.

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Karin,
    eigentlich bin ich eine der vielen stillen Mitleserinnen. Aber zum Abschied deines süßen Katerchens muss ich einfach schreiben. So viel habt Ihr zusammen erlebt und durchgemacht, sozusagen in guten wie auch in schweren Zeiten; sowas verbindet. Das hat mich berührt. Und ich werde seine Kolumne sehr vermissen. Ich habe mich immer darauf gefreut und sie jedes Mal mit Begeisterung sogar meinem Mann und „unserem“ Katerchen (wir sind sein Zweitwohnsitz) vorgelesen.
    Dir wünsche ich, dass du bald wieder über die Erinnerungen an ihn lächeln kannst und Kater, dir wünsche ich ein wundervolles Plätzchen im Regenbogenland mit viel Sonne und vielen Wegen, die du nun ohne Gefahren nach Herzenslust langlaufen kannst.
    Mitfühlende Grüße
    Claudia

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    • Danke für deine lieben Zeilen. Jetzt kommen wieder ein paar Tränen, Mir ist oft zwischen Lachen und weinen, wenn ich an ihn denke.

  2. Ach Karin, das ist so traurig und tut mir unendlich leid 🙁 Jemand, der nie ein Tier hatte, kann das wahrscheinlich nicht verstehen. Aber Haustiere sind richtige Familienmitglieder, mit eigenen Persönlichkeiten. Und wenn sie nicht mehr da sind, ist da auf einmal eine riesige Lücke…

    Aber wie ich bei FB gelesen habe musste er nicht leiden. Das ist wichtig und vielleicht ein kleiner Trost. Da, wo er jetzt ist, geht‘s ihm bestimmt gut :-*

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