Frisch getrennt – und nun?

Eine Trennung oder Scheidung ist immer wie ein kleiner Tod. Egal wer die Beziehung beendet hat, neigen wir Frauen oft dazu, zunächst einmal die Schuld bei uns zu suchen. Selbst wenn der Mann eine andere hat fragen wir uns: “Was ist falsch an mir?” oder “Was hat sie, was ich nicht habe”.

Mit solchen Fragen sollten wir uns nicht quälen. Trennungen gehören nun einmal zum Leben dazu. Die allerwenigsten von unserer Generation oder jünger schaffen heute noch eine goldene Hochzeit. Wir werden heute viel älter als unsere Eltern und Großeltern, sind berufstätig und dadurch unabhängig und lernen viele Menschen kennen. Oft entwickeln sich Partner in eine andere Richtung und wir haben gelernt, dass wir ihn uns nicht zurecht biegen können, wie wir es in jungen Jahren oft glauben. Es gibt so viele Gründe, warum wir heute oft nur bestimmte Lebensabschnitte miteinander verbringen und dann wieder auseinander gehen.

Egal wie und warum, eine Trennung tut erst einmal weh und darum sollten wir uns selbst eine gewisse Trauerphase gestatten, denn das ist gesund und vollkommen normal. Irgendwann werde wir merken, dass das neue Singlelleben auch große Chancen bietet. Selbst zweimal geschieden und einmal durch Tod getrennt, kann ich euch aus eigener Erfahrung einige Tipps geben:

Wohnung

Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass es am besten ist, die Wohnung umzuräumen und neu zu dekorieren, denn damit machen wir die Räume zu unseren eigenen. Raus sollte in jedem Fall das gemeinsame Bett. Am allerbesten ist sogar, wenn es irgendwie möglich ist, eine neue Wohnung zu beziehen. Das bedeutet einen wirklichen Neuanfang für uns, weil uns nichts mehr an das “alte Leben” erinnert.

Freunde aussortieren

Bei Trennungen und ganz extrem beim Tod eines Partners, merken wir ganz schnell, wer die echten Freunde sind und wer nicht. Hier sollten wir alle loslassen, die uns nicht guttun und notfalls ganz neue Kontakte suchen.

Unter Menschen gehen

Ein ganz wichtiger Punkt ist, sich nicht zu Hause zu vergraben, sonder hinaus zu gehen in die Welt. Mit der Freundin zum tanzen gehen, sich nachmittags in ein schönes Cafe setzen, Sport treiben, es gibt Möglichkeiten ohne Ende. Hauptsache wir blasen zu Hause nicht Trübsal.

Ein neuer Partner

Damit sollten wir uns Zeit lassen, denn, was passieren soll, passiert eh. Aus lauter Angst vor dem Alleinsein direkt wieder in eine neue Partnerschaft fliehen, könnte ein grosser Fehler sein. Das heisst aber nicht, dass wir nicht flirten dürfen. Zu sehen, dass Menschen noch auf uns reagieren, ist sehr gut für unser angeschlagenes Selbstbewußtsein.

Rückschläge wird es immer wieder einmal geben: Wir hören “unser Lied”, erinnern uns an ein sehr schönes Erlebnis oder, oder, oder… und schon fallen wir in ein tiefes schwarzes Loch. Zulassen und ein wenig trauern und dann weiter mit dem neuen Leben, denn das hat viel zu bieten – egal in welchem Alter.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hätte auch noch einen Tipp: Wenn eine Beziehung scheitert, bin auch ich an diesem Scheitern beteiligt. Ich habe darüber nachgedacht, was war mein Anteil? Wo hätte ich früher oder deutlicher etwas sagen oder tun müssen? Was muss ich beim nächsten Partner anders machen ? Da geht es nicht um Schuld, sondern um die Verantwortung für mich und die Partnerschaft.

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