Die Frage: Was kommt jetzt?

Seit einigen Tagen sitze ich in meinem Büro und kann mich zu nichts aufraffen. Wollte ich doch letzte Woche einige Beiträge schreiben und morgen sollte doch der letzte Teil der „Die wilden 60er“ Reihe erscheinen. Irgendwie schaffe ich es nicht. Vielmehr lese ich Mails, schaue in den einen oder anderen Blog. Schaue ein bißchen aus dem Fenster auf die Bäume, auf die Blätter, die sich im Wind sanft hin und her bewegen. Gerade frage ich mich: „Denke ich dabei überhaupt irgendetwas?“, ich glaube nicht.

Am Donnerstag ist die nächste Krebsnachsorge und ich hoffe so sehr, dass zum ersten Mal seit ich erkrankte, nichts ist. Die Ärztin oder der Arzt sagen nur: „Alles prima, wir sehen uns in 3 Monaten wieder“ – das wäre zu schön. Wie meine LeserInnen wissen, gab es bisher keine Untersuchung ohne anschließenden Krankenhausaufenthalt. Immer wurde etwas gefunden, was sich zwar im Nachhinein als gutartig herausstellte, trotzdem aber immer wieder Angst verursacht.

Also sitze ich hier und kann mich nicht wirklich auf etwas konzentrieren. Noch nicht einmal geschminkt habe ich mich, wie ihr auf dem Foto oben sehen könnt. Ist aber egal, ich gehe sowieso nicht raus. Auch dazu habe ich keine Lust, bin total blockiert. Keine Sorge, geduscht bin ich. Dazu habe ich mich gerade noch motivieren können.

Ich hoffe, ihr verzeiht mir, wenn ich alle Posts auf nächste Woche verschiebe und haltet mir die Daumen – das funktioniert immer so schön.

Kommentare (13) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Karin, ich bin ja auch heute nach sechs Jahren nach der Diagnose und der Entlassung aus der Onkologischen Nachbetreuung voriges Jahr, immer noch in der Nachsorge auf der Mund-Kiefer-Chirurgie. Auch wenn ich als geheilt gelte, meine Krebsart ist leider sehr rezidivanfällig, auch nach so langer Zeit. Darum gehe ich alle drei Monate zur Sichtkontrolle. Mir machen diese Untersuchungen keine Angst, im Gegenteil , sie geben mir große Sicherheit. Ich kenne aus der Betroffenenbegleitung doch einige Patienten, die sich von einer Nachsorgeuntersuchung zu nächsten fürchten und kaum noch schöne Momenet erleben, weil die Angst so tief sitzt. eine oftmals vollkommen irreale Angst. Es gibt keinen wirklcih guten Rat, wie man mit Angst umgeht. Ich glaube aber, dass Ablenkung wohl die beste Methode ist. Klappt nicht immer, aber doch relativ oft. Und darüber sprechen, das ist meist ein probates Mittel. Ich schicke dir viel Grüße und alles Gute, Claudia

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    • Danke Claudia für deine Offenheit. Ich bin kein ängstlicher Mensch. Allerdings hatte ich bisher 3 Nachsorge_Untersuchungen und mußte 3 mal wieder operiert werden, weil wieder etwas gewachsen ist. Erfreulicherweise war das immer gutartig. Ich möchte einfach mal einen Termin, ohne direkt wieder im Krankenhaus zu landen. Einfach nur die Worte hören: „Alles gut, wir sehen und in 3 Monaten“. Ich denke, das kannst du nachvollziehen.
      Liebe Grüße und auch dir alles Liebe
      Karin

  2. Naja, seh es mal so: Irgendjemand muss ja aus dem Fenster starren und das bist diesmal du!
    Aber im Ernst: Das ist wohl nachvollziehbar, dass du im Moment anderes im Kopf hast, als das Bloggen.
    LG Sabienes

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  3. Liebe Karin,
    da könnte ich mich auch nicht konzentrieren und aufraffen! Ich drücke alle meine Daumen, dass es dieses Mal eine gute Nachricht ist. Fühl dich gedrückt. Ich denk an dich.
    Liebe Grüße
    Renate

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  4. Liebe Karin,

    ich werde wieder fleißig Daumen drücken! Dass du dich im Moment vor dem Termin wie gelähmt fühlst, ist normal. Lass dich davon nicht runterziehen, es ist mehr als verständlich. Lenk dich, so gut es geht, ab, egal mit was. Nach dem Nichtbefund morgen kannst du dann mit voller Energie durchstarten!

    Ganz liebe Grüße,

    Conny

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  5. Liebe Karin,
    ich kann dich verstehen. Es ist nie schön, wenn der Termin für die nächste Nachsorge näherrückt. Ich habe das hinter mir gelassen. Ich habe mich dazu entschlossen, nichts mehr zu unternehmen. Man hatte mir ein Jahr gegeben. Jetzt lebe ich schon drei Jahre und ohne Cheme und Angst. Aber ich bin ja auch schon viel älter. Da fällt eine solche Entscheidung leichter.
    Ich drücke dir die Daumen. Es ist alles gut – denk ganz einfach positiv!
    Einen angenehmen Abend wünscht dir
    Irmi

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    • Ich brauchte ja zum Glück keine Chemo. Trotzdem ist immer die Angst da. Ich bin innerhalb von 5 Monaten 4 mal operiert worden, nun möchte ich so gerne Ruhe haben. Vielleicht würde ich, je nach Befund und Prognose auch heute schon die gleiche Entscheidung treffen wie du. Ich habe meinen Mann leiden sehen. Ihn haben sie noch durch die ganze Mühle geschickt, obwohl es sinnlos war. Er wollte so gerne leben und hatte sich deshalb dafür entschieden. Daraus habe auch ich gelernt. Ich bin heute noch überzeugt, dass er ohne Chemo noch ein wenig mehr gute Zeit gehabt hätte.
      Ich wünsche dir, dass es noch lange gut geht und du das Leben noch geniessen kannst.
      Liebe Grüße
      Karin

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