Schlafen, träumen und ein bißchen Jimi Hendrix hören

Das sagte mein Mann kurz vor seinem Tod. Genau das tat ich (bis auf das Schlafen) am 2. Weihnachtstag. Heiligabend und der 1. Weihnachtstag mit lieben Gästen – MEINER FAMILIE, die mich an diesem ersten Weihnachten als Witwe nicht allein gelassen hat -, lagen hinter mir. Schön wars, auch wenn ich am 24. ein bißchen viel getrunken hatte. Ich glaube, ich wollte meine Traurigkeit nicht hochkommen lassen. Ich saß also da, genoss die Ruhe und schaute mir bereits die 2. Folge „Traumhotel“ an.
Normalerweise schaue ich diese Serien nicht, aber an diesem Tag hatte ich einfach Lust, mich mit schönen Bildern und seichten Geschichten berieseln zu lassen.

Die Folgen spielten in Malaysia und den Malediven. Ich wurde nachdenklich: Ob ich einmal eine solche Reise machen werde? Es ist dort einfach so bezaubernd schön, dass mich das Fernweh packte. Leider ist das alles nicht so einfach. Wer kümmert sich um meinen Kater? Kann ich, da ich selbstständig bin, einfach 2 bis 3 Wochen weg ohne Geld zu verdienen? Ich würde ja auch noch jede Menge Geld ausgeben. Kann ich mir das leisten? Möchte ich überhaupt eine solche Reise alleine machen? Natürlich war ich schon alleine in Urlaub, aber nie so weit weg. Ihr merkt schon, Fragen und Zweifel plagen mich.

Wie viele Frauen meiner Generation muß ich mich daran gewöhnen auf einmal alleine zu sein. Trotzdem habe ich immer noch Verantwortung für meinen Kater. Wem kann ich zumuten sich einige Wochen um ihn zu kümmern? Also bin ich alleine und doch nicht unabhängig. Ja, ich bin nachdenklich und träume so vor mich hin. Schön wäre es schon und das was bisher war, soll ja noch nicht alles gewesen sein. Da ist die Sehnsucht in mir noch viel zu sehen, zu erleben und nach all dem Schweren im letzten Jahr einmal wieder richtig glücklich zu sein.

Mal sehen, was die Zeit so bringt. Ich bin neugierig auf diese Welt….., auch in meinem Alter noch.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Ach Schwesterchen! Den Kater würden die Vermieter liebend gerne hüten (da bin ich sicher!). Kauf dir einen gescheiten Laptop, damit kannst du auch unterwegs arbeiten. Machen digitale Nomaden nicht anders.

    Und was das Geld betrifft – ich bin schon gereist mit mehr oder weniger Geld im Background. Es ging immer irgendwie weiter und wenn du dich jetzt nicht aufmachst, kannst du es vielleicht irgendwann nicht mehr. Und dann werden deine mühsam zusammen gesparten Winter-Nüßchen von einer Schattigen Pinie in Windeseile aufgefressen. Erleben wir doch gerade im Familienkreis…

    Es gibt nichts Schöneres als Erinnerungen zu schaffen!

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  2. Um mich herum werden immer mehr Freundinnen zu Witwen, das ist so traurig, aber wohl irgendwie auch der „normale“ Lauf der Dinge… Und ich finde es sehr spannend zu beobachten, wie die plötzlich Alleingelassenen jeweils mit dem Thema Reisen umgehen. Da gibt es kein richtig oder falsch und wir alle müssen es, wenn wir in diese Situation kommen sollten, für uns selbst herausfinden.

    Ich bin ja übrigens auch selbständig und habe mich letztes Jahr zum ersten Mal seit 25 (!) Jahren wieder länger als eine Woche in Urlaub „getraut“, nämlich üppige 14 Tage… 🙂
    Uschi aus Aachen kürzlich veröffentlicht…12 von 12 im Januar 2016My Profile

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