Zwei Schwestern in Rom – Teil 3

Heute folgt der dritte und letzte Teil meines Reiseberichtes. Teil 1 und Teil 2 können diejenigen, die sie noch nicht kennen noch nachlesen.

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Auch eine Nacht mit leckerem Stöffchen und tollen Gesprächen geht, nach leider viel zu wenig Schlaf, einmal zu ende. Ich war bereits um 8 Uhr wieder auf, aber Schwesterchen schlief noch selig und ich ließ sie auch. Gegen 9.30 Uhr kroch sie dann endlich aus den Federn.

Eigentlich wollten wir an diesem Samstag an den Strand fahren. Beim morgentlichen Kaffeetrinken auf dem Hof merkten wir schon, dass etwas anders war als an den Tagen davor. Die Luft fühlte sich bei 23 Grad an wie ein Träumchen und schien uns erheblich trockener als zuvor. Also planten wir kurzerhand um und verschoben den Strandbesuch auf den Sonntag. Ohne große Pläne fuhren wir noch einmal in die Innenstadt. Ohne zu Suchen (absolut empfehlenswert) fanden wir richtig schöne Ecken. Irgendwann mittags landeten wir auf dem Campo de Fiori. Ein Platz, so richtig nach unserem Geschmack, ein Platz, der unserem Verständnis von „La Dolce Vita“ entsprach. Es gab einen schönen Markt mit wohlriechenden Lebensmitteln und Gewürzen und drumherum nette Cafes und Bars. Selig ließen wir uns dort nieder und stillten erst einmal unseren Durst. Dann schlenderten wir über den Markt und kauften ein paar Gewürze und Mitbringsel für die Daheimgebliebenen ein.

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Für den Abend hatten wir uns Trastevere vorgenommen, sind aber am Tiberufer hängengeblieben. Hier gab es so viele Stände mit schönen Dingen zu sehen. Wir bummelten, tranken einen Cocktail und aßen eine Kleinigkeit. Alles schön, kein „MIMIMI“, ein rundum toller Tag.

Sonntagmorgen hatte ich das Gefühl, dass es kaum noch heisser werden könnte und fand die Idee zum Strand zu fahren doppelt gut. Hinkommen war vollkommen unproblematisch. Der Bahnhof Ostience lag direkt bei uns um die Ecke und die Fahrt dauerte nur knapp 30 Minuten. Natürlich nutzen viele Römer im Sommer die Nähe zum Meer und verbringen das Wochenende dort. Bei unserer Ankunft übermannte uns der Herdentrieb und wir liefen der größten Menschentraube hinterher, in der Annahme, dass die alle zum Strand wollten. Ein  Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Wir waren wieder einmal falsch und mußten…. na?… ja richtig! …. SUCHEN. Nach einer halben Ewigkeit endlich am Strand angekommen waren wir so fertig mit der Welt, dass wir unseren ersten Streit (und auch den letzten) bekamen. Wir beschlossen fortan nie wieder miteinander zu verreisen. Nach etwa 10 Minuten getrenntem Nachdenkens war der Ärger verraucht und der Streit vergessen.

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Die Erwartung, am Meer ein erfrischendes Lüftchen vorzufinden, erfüllte sich leider nicht. Auch hier stand die Luft und zudem war der gesamte Strand eingezäunt. Unsere Vorstellung von kleinen Bars und Cafes, wo wir das Meer mit einem kühlem Drink hätten geniessen können, erfüllte sich nicht. Über die Strasse weg fanden wir dann doch noch ein Cafe, wo wir uns erfrischten und unseren Mittagssnack einnahmen. Untermalt wurde das Ganze nicht etwa von schöner italienischer Musik, sondern mit dem Geschrei des alten Patrone, der seine kleine asiatische Gattin in Grund und Boden brüllte. Das Ganze in einer derartigen Lautstärke, dass kein Gepräch mehr möglich war. Die Nase voll von Krach und Hitze, fuhren wir nach Hause und machten es uns auf unserem Hof (wir liebten ihn mittlerweile heiss und innig) gemütlich.

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Am Abend starteten wir dann unseren zweiten Versuch einer Nacht in Trastevere. Vorher wollten wir uns aber die Tiberinsel, die wir am Tag zuvor von der Brücke aus gesehen hatten, genauer ansehen. Wir fanden dort ein derart lauschiges Plätzchen direkt am Tiber wo wir zudem auch noch lecker essen konnten. Zu unserer Überraschung waren die Preise dort, trotz der exponierten Lage, absolut moderat. Wir hatten beide je eine Vorspeise, ein Hauptgericht, ein Glas Wein und dazu eine große Flasche Wasser und einen Espresso und zahlten knapp 50 Euro. Da kann man nicht meckern.

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Später schlenderten wir noch über die Insel. Hier gibt es wunderbare Bars mit gemütlichen Kissen, Sesseln und Sofas – einfach romantisch. Ein schönes Fleckchen Erde für verliebte Paare.

Unseren letzten Tag – unser Flieger ging erst am Abend – verbrachten wir in den Markthallen von Testaccio, ganz in unserer Nähe. Hier kommen Schuhliebhaber für kleines Geld voll auf ihre Kosten, was wir natürlich auch nutzten. Die Rückreise verlief entspannt, nicht zuletzt weil unsere Vermieterin uns ein Taxi für die Fahrt zum Flughafen rief und den Fahrer entsprechend einnordete.

Fazit:

  • Rom ist die schönste Stadt, die ich bisher gesehen habe.
  • Ich werde wiederkommen, aber diesmal im Frühling oder Herbst.
  • Auch eine Wohnung werde ich wieder mieten, wahrscheinlich sogar die gleiche.
  • Rom ist im Vergleich zu anderen Hauptstädten erstaunlich preiswert.
  • Es braucht viele Besuche um all die Schönheit zu erfassen und wenigstens einen Teil der Möglichkeiten zu nutzen, die diese Stadt zu bieten hat.
  • Die Reise war geprägt von Hitze, Suchen und Warten (wie oft wir noch auf irgendeinen Bus gewartet haben, habe ich euch erspart) und trotz aller Widrigkeiten waren wir am Ende absolut verliebt in diese Stadt.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. In einem muß ich Dir nur widersprechen: Rom ist nicht preiswert, wir fanden gerade essen und trinken meistens enorm teuer (16 Euro für ein großes Bier…). Aber wahrscheinlich hängt es sehr davon ab, wo und wie man einkehrt. Wobei auch wir keine Nobel-Lokale besucht haben.
    Uschi aus Aachen kürzlich veröffentlicht…BleistiftsachenMy Profile

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    • Solche Preise hatten wir nirgendwo, obwohl wir zum Beispiel auf der Tiberinsel in einem recht guten Lokal waren. Das teuerste war das Cafe auf der Piazza del Popollo mit 6 € für eine kleine Flasche Cola.

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