Buchempfehlung: Das Mädchen aus der Severinstraße

Annette Wieners

Das Mädchen aus der Severinstraße

Roman
Erscheinungstermin: 23. September 2019
 
480 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 4 s/w Abbildungen

Verlagsinformation

Als Sabine Schubert nach dem Tod des Großvaters ihrer Großmutter Maria hilft, das Haus aufzuräumen, kommen unter dem großen, schweren Teppich im Wohnzimmer alte Geldscheine zum Vorschein. Im Keller finden die Frauen Gold und begreifen, dass der Großvater vor langer Zeit ein Vermögen versteckt haben muss. Nur warum? Maria beschleicht eine Ahnung und sie gerät völlig außer sich. Sabine wird klar, dass in der Familiengeschichte erschreckende Lücken aufklaffen. Hat der Großvater in der angesehenen Kölner Metallgussfirma wirklich nur Spielzeug hergestellt? Auch die Großmutter scheint aus ihrer Zeit als berühmtes Fotomodell Einiges zu verschweigen. Damals, Ende der 1930er-Jahre, hieß sie Mary Mer und lernte den jüdischen Fotografen Noah kennen, den sie bis zum heutigen Tag nicht vergessen hat …

Über die Autorin

Annette Wieners wurde in Paderborn geboren und hat in Münster Publizistik, Germanistik und Ethnologie studiert. Danach war sie als Journalistin bei Fernseh- und Radiosendern in München und Hannover angestellt, bevor sie sich selbstständig machte und nach Köln zog.

Im WDR-Hörfunk moderierte sie verschiedene Sendungen, auf WDR2 zum Beispiel das Mittagsmagazin, das Morgenmagazin und Zwischen Rhein und Weser. Seit 2014 arbeitet sie für WDR-aktuell und verbringt mehr und mehr Zeit damit, Bücher zu schreiben.

In den Jahren 2006 und 2014 veröffentlichte sie zwei literarische Romane. 2015, 2016 und 2017 folgten drei psychologische Krimis. Im Herbst 2019 erschien Das Mädchen aus der Severinstraße im Blanvalet Verlag.

Quelle: www.annette-wieners.de

Rezension

Schon der Titel weckte mein Interesse, weil die Severinstraße in meiner Heimatstadt Köln liegt. Der Roman spielt sowohl in der NS-Zeit, in der sich Köln nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat (aber das war anderenorts auch nicht anders), und in der Gegenwart.

Zwei starke Frauen erzählen aus ihrer Sicht, Maria über die Vergangenheit und Sabine die Gegenwart. Ende der 30iger Jahre war es für Frauen schwer, ihren eigenen Weg zu gehen. Maria aber will dies unbedingt. Als ihre Enkelin Sabine nach dem Tod ihres Großvaters eine Menge Geld entdeckt und Maria selbst Goldbarren findet, beginnt das Rätsel. Sabine ist neugierig geworden und will die Wahrheit über die Vergangenheit wissen, doch ihre Großmutter will nicht reden. Sie ist stumm, wie so viele ihrer Generation. Mit meinen eigenen Eltern war das nicht anders.

Die Autorin verarbeitet die eigene Familiengeschichte in diesem fiktiven Roman. Fesselnd geschrieben fühlte ich mich hineinversetzt in die Nazizeit mit ihrem Grauen. Wenn gegen Ende die beiden Handlungsstränge zusammentreffen, löst sich das Rätsel rund um das Geld und Gold. Die Auflösung hat mich allerdings überrascht.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für Frauenschicksale in der NS-Zeit interessieren. Für Köln-Fans ist der Roman sowieso ein Muß.

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