Sonntagsfragen an Tina:

Tina hat sich mit 63 Jahren, bis auf die Haarfarbe, nicht wesentlich verändert

 

Die Zeit zwischen unserem 40. und 60. Lebensjahr ist oft die Zeit, die uns die meisten Veränderungen bringt. Sie kann aufregend, spannend, aber auch kräftezehrend und traurig sein. Meist ist sie alles zusammen und der vielleicht interessanteste Abschnitt in unserem Leben.

Heute beginnt sie also, die neue Interviewreihe. Als Erste beantwortet Tina meine Fragen. Sie ist fast 64 Jahre jung, hat 4 Kinder und 6 Enkelkinder. Neugierig ist sie, auf das was noch kommt. Ihr Motto lautet: „Du kannst das Glück nicht suchen, es findet DICH!“.

Tina mit 43 Jahren

 

Liebe Tina:

Wie war Dein Lebensgefühl mit 40 und wie unterscheidet es sich zu heute?

Da habe ich nach einem Foto von mir im Alter von 40 Jahren gesucht und es nur mit Mühe in den alten Fotoalben aufgestöbert.
Mit 40 war ich hauptamtlich Mutter und fast nur auf Familienfotos zu sehen, was ja auch schon viel aussagt.
Wie war mein Lebensgefühl damals? Ich war Familie, aber wo war ich? Mir ging es gut, wenn es der Familie gut ging, oh je!

Welche Wünsche und Träume hattest Du in diesem Alter? Was davon ist in Erfüllung gegangen?

Mein dringendster Wunsch war, dass der Vater meiner Kinder ENDLICH mit dem Studium abschließt, Arbeit findet und damit zur finanziellen Entspannung beiträgt. Dieser Wunsch ist leider nur kurzfristig in Erfüllung gegangen.

Wenn Du heute auf die letzten 20 Jahre zurück schaust, wie ist Dein Resumé?

Rückblickend macht es mich betroffen, dass ich einfach nicht gemerkt habe, wie sehr mein Leben von Selbstaufgabe, Anpassung und unbewusster Unterordnung bestimmt war- aber ich blicke nicht in Zorn oder Trauer zurück, was bringt mir das?

54 Jahre und um einiges weiser.

 

Gab es Schicksalsschläge oder tiefgreifende Veränderungen in dieser Zeit und wie haben sie Dein Leben beeinflußt?

Der größte Einschnitt in meinem Leben war die Trennung von meinem damaligen Mann: DAS überfällige Ziehen an der Reißleine.
Mein neues Leben begann Jahre später, erst nach der Scheidung und nach fast 30 Jahren Ehe, als ich mit 56 Jahren meinen zweiten Mann kennenlernte.
Den wunderbaren, viel zu kurzen gemeinsamen Jahren folgte eine sorgenvolle und tränenreiche Zeit. Der Krebs war stärker als wir und trennte uns nach fast 6 überglücklichen Jahren.
Der nächste Hieb des Schicksals folgte 10 Monate darauf, als 2 Tage nach der Geburt meiner damals jüngsten Enkeltochter meine Mutter nach kurzer, schwerer Krankheit starb.
Die Schicksalsschläge haben mich zwar tief getroffen und zu Boden geworfen, aber ich bin wieder aufgestanden!

Bist Du heute zufriedener oder trauerst Du den alten Zeiten nach?

Ich war immer und bin immer noch ein positiver Mensch.

Welche Wünsche und Träume hast Du für die nächsten 20 Jahre?

Ich bin gespannt auf die nächsten 20 Jahre in denen ich mir ehrliche Freundschaften, Achtsamkeit und Kreativität wünsche – und vielleicht, auch wenn ich momentan noch nicht so wirklich daran denken kann, wieder eine Schulter zum Anlehnen?
Alles im Leben hat seine Zeit und geschieht zu seiner Zeit!

Tina, vielen Dank für die wunderbaren Einsichten in Dein Leben.

 

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