Brauche ich eine Vorsorgevollmacht?

Während der Krankheit meines Mannes und nach seinem Tod habe ich festgestellt, wie wichtig es war, dass wir beide sowohl eine Vorsorgevollmacht, als auch eine Patientenverfügung – in unserem Fall auf Gegenseitigkeit – hatten. Die Patientenverfügung war zum Schluß ein Segen, weil Bernd dort festgelegt hatte, keine lebensverlängernden Maßnahmen zu wollen.

Bei einem nahen, krebskranken Verwandten habe ich vor einigen Jahren schmerzhaft miterlebt, wie er durch künstliche Ernährung usw. am Leben erhalten wurde, obwohl er keine Chance hatte, wieder gesund zu werden. Es war eine Quälerei bis man sich erbarmte, ihn nach Hause holte und diese Maßnahmen einstellte. Erst dann konnte er in Frieden sterben. Das blieb Bernd erspart. Er mußte nicht unnötig lange leiden und konnte friedlich diese Welt verlassen. Wünschen wir uns das nicht alle?

In den Krankenhäusern sind die Ärzte dazu verpflichtet, den Kranken am Leben zu erhalten, wenn keine einschlägige Patientenverfügung vorliegt. Deshalb, tut euch selbst und euren Lieben einen Gefallen und hinterlegt eine solche Verfügung.

Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht greift oft schon zu Lebzeiten. Dann, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist zu entscheiden.

Was legen wir fest?

Wir bestimmen eine Person, die uns in allen Dingen vertritt, wenn wir selbst es nicht mehr können. Ob es um das Öffnen von Post geht, um Bank- oder Versicherungsangelegenheiten oder das Bestimmen des Aufenthaltsortes. All das kann mit der Vollmacht geregelt werden.

Eine Vorsorgevollmacht muß schriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben werden. Die Vollmacht kann nur zurückgenommen werden, solange man geistig dazu in der Lage ist. Deshalb sollte man sich vor dem Niederschreiben schlau machen, was alles und vor allen wie festgelegt werden muß. Bitte beachtet! Je größer das Vermögen, um so eher sollte die Vollmacht von einem Anwalt oder Notar verfasst werden. Ansonsten kann man entsprechende Vorlagen im Internet herunterladen.

Hat das nicht Zeit?

Viele von euch denken jetzt bestimmt: „Na ja, das hat ja noch Zeit. Ich bin ja noch nicht so alt.“ Aber, kann nicht jedem in jedem Alter etwas passieren? Seit verantwortungsbewußt euren Lieben gegenüber und trefft die entsprechende Vorsorge.

 

 

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Du hast so recht, danke dass du dieses Thema ansprichst! Meine Erfahrungen mit meinen Großeltern haben mir gezeigt, dass es unverantwortlich ist, sich nicht selbst mit dem Thema „Was ist wenn…“ auseinander zu setzen. Meine Großeltern haben niemals mit irgendwem darüber gesprochen, was im Falle des Falles passieren soll. Sie haben sich auch nie damit beschäftigt was allein schon passieren soll, wenn sie mal nicht mehr können wie sie wollen und sich statt dessen mit Anfang 80 noch aus einer Erdgeschosswohnung in den ersten Stock gezogen. Meine Eltern sind erst Mitte 50, haben aber auch der Sache gelernt und reden ganz offen nun über ihre Wünsche.
    Roxy | early birdy kürzlich veröffentlicht…Surviving Iceland – Eine Anleitung zum Überleben als Tourist in IslandMy Profile

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    • Reden ist ein Anfang, nützt aber, wenn es so weit ist nichts. Unbedingt alles schriftlich festlegen. Unbedingt bei Deinen Eltern nachhaken. Meine Mutter war erst 50 und mein Vater 58 als sie starben. Ist also keine Frage des Alters.

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