Buchempfehlung: Stiefmütter – Leben mit Bonuskindern von Barbara Tóth

Verlagsinformation:

Unehelich geborene Kinder, Scheidungen, Patchworkfamilien – all das gehört inzwischen zum Alltag. Viel wird darüber geredet, wie es den Kindern in diesen neuen, komplexen Familienformen geht, die dabei entstehen.

Aber wie geht es eigentlich den Frauen, die in Patchworkfamilien die Rolle der Stiefmutter übernehmen müssen? – eine Frage, die sich vor allem angesichts der Tatsache stellt, dass es für das Stiefmuttersein kein universelles Skript gibt und jede Familiengeschichte einzigartig ist. Dieses Buch ist ein vielseitiges Lesebuch zum Thema: ungeschönt, ehrlich und zuversichtlich.

Barbara Tóth stellt offen die Fragen: Wie gehen Frauen damit um, wenn die Kinder ihres Partners sie ablehnen? Oder wenn es ihnen nicht gelingt, Gefühle für ihre „Bonuskinder“ zu entwickeln? Wenn das Zusammenleben mit dem neuen Partner an der Kinderfrage zu scheitern droht? „Du bist nicht meine Mutter!“, „Du bist nicht mein Kind!“ – welche Stiefmutter kennt nicht Aussagen wie diese?

Dieses Buch beleuchtet das Idealbild der Mutter im deutschsprachigen Raum, von dem sich auch ein besonderes, traditionelleres Stiefmutterbild in Literatur und Gesellschaft ableitet. Es thematisiert typische Stiefmutterklischees – und dekonstruiert sie. Es erzählt von den vielfältigen und überraschenden Formen von Stiefmutterschaft in der Tierwelt und es stellt internationale sowie nationale Studien zum Thema aus den Bereichen Familienforschung, Soziobiologie, Anthropologie und Psychologie vor.

Autorin

Barbara Tóth geboren 1974, ist promovierte Historikerin, Buchautorin und Journalistin. Nach Stationen beim „profil“, „Format“ und „Standard“ schreibt sie seit 10 Jahren für die Wiener Wochenzeitung „Falter“ über die Themen Politik, Gesellschaft und Zeitgeschichte. Die Trägerin des Milena-Jesenská-Stipendiums wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnenpreis und dem Kurt-Vorhofer-Preis. Zuletzt erschienen: gemeinsam mit Margit Fischer „Was wir weitergeben“, „Karl von Schwarzenberg. Die Biografie“, gemeinsam mit Thomas Hofer „Wahl 2018“ und gemeinsam mit Nina Horaczek „Sebastian Kurz. Österreichs neues Wunderkind?“, “Stiefmütter, Leben mit Bonuskindern” (2018).

Rezension

Ja, das Thema betrifft mich selbst. Das Verhältnis, was keines mehr ist, meines Stiefsohns zu mir sitzt immer noch tief in meinem Herzen, obwohl ich es lieber vergessen möchte. Aber das steht auf einem anderen Blatt und kann von euch nachgelesen werden.

Das Buch “Stiefmütter” greift die Problematik auf und verweist auf ein echtes Imageproblem, dass Stiefmütter auch heute noch haben. Die “böse Stiefmutter” kam in vielen Märchen vor und hat sich tief in unseren Köpfen verankert. Oft ist es halt schwierig, in einer Patchworkfamilie die neue Frau an der Seite des Vaters zu sein. Eifersucht und Verlustängste spielen da eine große Rolle. Zudem ist die  Rolle der Stiefmutter ist in der Gesellschaft nicht wirklich anerkannt. Das hat oft zur Folge, dass wir selbst uns als Mutter zweiter Klasse und weniger wert fühlen. Die neuen Familienkostellationen verlangen Stiefmüttern eine Menge ab. Ob in Voll- oder Teizeit, soll sie die Patchworkfamilie zusammen halten und in erster Linie perfekt funktionieren.

Die Autorin gibt Einblick in die verschiedenen möglichen Konstellationen, zeigt Probleme auf und gibt im letzten Teil des Buches wertvolle Tipps für den Alltag als Stiefmutter. Für alle, die das Thema interessiert oder die selbst betroffen sind, kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

Hardcover
128 Seiten
Format:140 x 220
ISBN: 9783701734399
Erscheinungsdatum: 10.04.2018
19,00

 

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Toller Buchtipp!!!
    Habe es selbst vor tewa einem halben Jahr gelesen und kann es nur weiter empfehlen…
    Schöne Grüße Carolin

    Antworten

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