Das Schicksal annehmen

Wenn ich eines in meinem Leben gut konnte, dann war und ist es, was mir passiert anzunehmen. Von diversen beruflichen Rückschlägen will ich hier gar nicht reden. Viele geliebte Menschen habe ich viel zu früh verloren, zwei Ehen sind gescheitert und nach dem Krebstod der Liebe meines Lebens habe ich die eigene Krebsdiagnose bekommen. Das alles anzunehmen ist nicht leicht und es dauert seine Zeit bis man das Schicksal akzeptiert.

Vor gut 14 Tagen habe ich die fünfte OP innerhalb eines knappen Jahres hinter mich gebracht. Diesmal ohne euch ums Daumen drücken zu bitten. Ich möchte euch nicht dauernd damit auf den Wecker gehen. Eine Umfangsvermehrung wurde entfernt und mehrere Gewebeproben entnommen. Die Umfangsvermehrung hatte sich in den Wochen zuvor entzündet, was mir einen ziemlich dicken Hals bescherte. Das tat mächtig weh, war aber trotzdem positiv, weil sich ein Tumor in der Regel nicht entzündet. So kann man sich auch über Schmerzen freuen. Letzten Donnerstag bekam ich die Histologieergebnisse, – kein neuer Krebs – HURRA!!! Eigenartigerweise hatte ich zum ersten Mal seit einem Jahr schon vorher ein gutes Gefühl. Mein Hals ist immer noch ein wenig entzündet und ich musste Antibiotika nehmen. Anfang September gibt es dann noch einmal eine Nachkontrolle per MRT, aber ich glaube fest, dass jetzt alles gut wird.

Früher habe ich immer geglaubt, die sozialen Medien sind zwar vergnüglich, aber oberflächlich. In den letzten zwei Jahren habe ich hier aber soviel Anteilnahme und Liebe erfahren, auch von Menschen, die mich nicht persönlich kennen, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Dafür möchte ich euch nochmals ganz herzliche Danke sagen. Es ist ein wunderbares Gefühl, anderen nicht gleichgültig zu sein.

Am Sonntag könnt ihr hier einen Gastbeitrag von Helga Schauff zum Thema: „Akzeptieren und Loslassen“ lesen. Solltet ihr nicht verpassen.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Karin,
    von wegen oberflächlich! Es ist immer auch fürchterlich, im Netz von Menschen lesen zu müssen, denen es schlecht geht… Vermutlich, weil man die nicht ganz real in den Arm nehmen, ihnen mit einem Eis, Blumen oder was anderem was Gutes tun kann…. Geht mir jedenfalls so. Und ich bin regelrecht erschrocken, als ich deine Überschrift las.

    Jetzt bin ich seeehr froh, umarme dich, schicke dir ganz einfach die allerbesten Gedanken – und zwar sehr real, mal eben über den Rhein rüber….

    Alles Liebe und herzliche Grüße
    Maria

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