Gelesen: „Der Tod bringt mich nicht um – Warum ich Bestatterin geworden bin“

Das Buch von Nicole Rinder habe ich letzte Woche mit ins Krankenhaus genommen. Guter Lesestoff ist da immer wichtig. Nach den ersten Seiten war ich nicht mehr sicher, ob dies die richtige Lektüre für diesen Ort ist. Nachdem uns die Autorin zunächst einmal erklärt, warum sie dieses Buch geschrieben hat, erzählt sie vom Tod ihres Sohnes. Eine so berührende Geschichte, dass mir die Tränen die Wangen runter liefen. Ein bißchen peinlich, weil ich ja nicht alleine im Krankenzimmer war. Aber egal, manchmal rührt uns das, was wir lesen halt zu Tränen.

Nicole Rinders Sohn stirbt nach nur fünf Tagen auf dieser Welt. Sie wußte, dass er sterben würde, aber vorbereiten kann man sich nicht auf diesen Moment, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Die Autorin beginnt sich ausführlich mit Tod und Trauer zu beschäftigen, macht eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin und Bestatterin.

Bei einigen Seiten im Buch hatte ich das Gefühl, dass Nicole Rinders einfach zu oft ihr Bestattungsunternehmen erwähnt, es zu ausführlich bewirbt. Das relativiert sich aber später wieder. Sie berichtet ausführlich über Wege mit Trauer umzugehen und den Tod wieder auf andere Weise zu begleiten. Die Gesellschaft läßt heute leider nur eine kurze Zeit der Trauer zu, weil wir ja funktionieren müssen. Auch schieben wir den Tod bzw. unsere Toten schnellstmöglich von uns weg. Kaum gestorben, sollen sie so bald als möglich abgeholt werden. Dabei ist es für unsere Seele sehr viel besser, ausführlich Abschied zu nehmen.

Anhand von Fallbeispielen erzählt die Autorin vom unterschiedlichen, oft alternativem Umgang mit Tod und Trauer und regt damit zum Nachdenken an. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist immer schlimm, aber wir können wieder lernen, dass der Abschied schön und friedlich sein kann.

Über die Autorin:

Nicole Rinder arbeitete bis zum Tod ihres Sohnes als Arzthelferin, danach begann sie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Heute leitet sie zusammen mit Florian Rauch das Bestattungsunternehmen AETAS und die AETAS-Kinderstiftung in München. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Begleitung und Bestattung, wenn Kinder sterben, bei Suiziden und plötzlichen Todesfällen.

Das Buch ist erschienen im Patmos-Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag
14 x 22 cm – 128 Seiten
Zu kaufen für 18,00 €

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