Köln für Imis
In Köln gibt es unzählige urbane Sagen und Legenden. Manche sind mündlich überliefert, manche wurden schon vor langer Zeit niedergeschrieben, manche sind älter, manche ganz aktuell. Allein über den Kölner Dom gibt es unzählige Geschichten und Anekdoten - kein Wunder bei der rund 600 Jahre dauernden Baugeschichte. Häufig spielt dabei der Teufel eine Rolle, dem der Bau des mächtigen Gotteshauses naturgemäß gar nicht in den Kram passte. Nach und nach werde ich euch die schönsten Geschichten aufschreiben. Viel Spaß damit. Als Legenden werden oft außergewöhnliche Menschen beschrieben - Kölner Originale eben. Auch die sollen hier einen Platz finden. Auch findet Ihr hier Wörter der Kölschen Sprache. Kölsch ist ein Stück fränkisch-germanischer Sprachgeschichte. Entstanden ist es als Teil der fränkischen Sprachlandschaft am Rhein, die sich nach dem Ende des Römischen Reiches herausgebildet hat. Aus dieser Zeit stammt etwa noch das u in Dume 'Daumen', Duuf 'Taube', Huus 'Haus' oder Muus 'Maus'.
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Köln für Imis: „Et kütt wie et kütt“ – Kölsche Lebenskunst in Reinform
Manchmal begegnet man einer Lebensweisheit, die so tiefgründig ist, dass man sie am liebsten auf ein T-Shirt drucken, an die Wand nageln und jedem nervösen Mitmenschen auf den Stirn kleben möchte. In Köln lautet diese Weisheit schlicht und elegant: „Et kütt wie et kütt.“ Wörtlich übersetzt heißt das: „Es kommt, wie es kommt“ und sinngemäß bedeutet es so viel wie: „Hör auf, dir den Kopp zu zerbrechen – du kannst es eh nicht ändern“. In Köln ist das kein resigniertes Schulterzucken, sondern ein lebensbejahender Tusch der Gelassenheit. Während der Berliner noch grummelt, der Hamburger höflich zweifelt und der Münchner mit leichtem Murren plant, was er morgen grantelt, …
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Köln für Imis: Tünnes und Schäl – Wenn Kölsche Originale aufeinandertreffen
Man nehme einen gutmütigen Bauern mit Knollennase (Tünnes) und stelle ihm einen spitzohrigen Schlauberger zur Seite (Schäl), und schon hat man das kölsche Comedy-Dreamteam des 19. Jahrhunderts, lange bevor Mario Barth die Bühne ruinierte. Tünnes ist der Typ, der noch glaubt, dass man mit Arbeit reich wird. Schäl hingegen hat das Herz auf der Zunge, den Finger im Portemonnaie von anderen. Zusammen sind sie wie Kölsch und Mettbrötchen: nicht jedermanns Sache, aber für Kölner absolute Pflicht.
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Köln für Imis: „Wat fott es, es fott“ – Die Kunst des Loslassens auf Kölsch
Der Mensch klammert ja gern. Er klammert sich an Dinge, Menschen, Erinnerungen und Bons von 1994. Doch nicht so wir Kölner. Wir haben einen Spruch parat, der wie ein geistiger Frühjahrsputz wirkt – radikal, aber befreiend: „Wat fott es, es fott.“ Übersetzt: Was weg ist, ist weg oder in moderner Selbsthilfe-Sprache: Lass los, du hast es sowieso nicht mehr unter Kontrolle oder ganz ehrlich: Pech gehabt, trink ein Kölsch.
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Köln für Imis: Willi Millowitsch – Der kölsche Jung
Wenn Köln ein Herz hat, dann ist Willi Millowitsch mindestens die linke Hätzkammer. Ja, ich weiß, das heißt auf Hochdeutsch „Herzkammer“, aber Willi hätte mich dafür schon längst aus dem Wohnzimmer geschmissen, natürlich mit nem Kölsch in der Hand und einem breiten Grinsen im Gesicht.
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Köln für Imis: Die Legende von der Heiligen Ursula
Ursula, 11.000 Jungfrauen und die kölsche Seele – eine Liebeserklärung mit Augenzwinkern Es gibt Geschichten, die sind so verrückt, dass sie nur wahr sein könnten – oder eben typisch kölsch. Eine davon ist die Legende der heiligen Ursula. Ja genau, die Ursula mit den 11.000 Jungfrauen. Und wenn ihr jetzt denkt: „Elf-tausend?! Das klingt eher nach einem Karnevalszug als nach einer Heiligengeschichte!“, dann seid ihr schon mitten im Herzen Kölns angekommen. Die Kurzversion der Legende Ursula, eine christliche Königstochter aus Britannien, war auf dem Weg nach Rom und zwar nicht alleine. Ihr schlossen sich sage und schreibe 11.000 Jungfrauen an. Ob das damals ein Pauschalangebot war, wissen wir nicht. Auf…




