Älter werden
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Wenn das Herz pflegt – Angehörige zwischen Liebe und Erschöpfung
Viele von uns, die die 60 überschritten haben, hatten sich das Leben im Ruhestand etwas anders vorgestellt. Endlich Zeit für Reisen, Muße, Hobbys, vielleicht auch Enkel (oder den Besuchskater). Doch für viele sieht die Realität anders aus. Statt Freizeit gibt es Pflegedienste, Medikamentenpläne, Arzttermine und die ständige Sorge um einen geliebten Menschen. Pflegen ist ein Akt der Liebe. Aber auch einer, der uns körperlich und seelisch viel abverlangt.
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Warum ist das Wort „alt“ so negativ belegt?
Neulich stand ich im Drogeriemarkt, vor dem Regal mit den Anti-Aging-Cremes, also dem Gral der ewigen Jugend. Die Etiketten versprachen „straffe Haut ab 30“, „Frischekick für müde Zellen“ und „sichtbare Verjüngung in nur 7 Tagen“. Neben mir eine Frau, vielleicht Mitte 50, die leise vor sich hinmurmelte: „Alt wird man nicht, alt ist man plötzlich.“ Ich musste schmunzeln – und dachte: „Warum eigentlich klingt „alt“ immer so… katastrophal?“ Das Wort „alt“ hat es wirklich nicht leicht. Es klingt, als müsste es dringend ersetzt oder zumindest gut verpackt werden. „Alt“ ist irgendwie gleichbedeutend mit nicht mehr brauchbar, verstaubt oder kurz vor der Entsorgung.
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„Sind wir zu alt für den Club?“ – Warum ich mit 70 immer noch tanze (und das ganz bewusst)
Vor einiger Zeit war ich mit Schwester und Schwager in einem Club in Johannesburg (Südafrika) Musik, Licht, vibrierender Boden, alles wie früher. Ich tanzte. Mitten auf der Tanzfläche. Allein, mit allen anderen um mich herum. Irgendwann kam eine junge Frau zu mir, freundlich strahlend und sagte: „Mir gefällt dein Tanzstil“. Ich lachte und antwortete: „Danke, macht auch Spaß. Immerhin bin ich schon 70“. Die Antwort kam promt: „Wow, und du tanzt besser, als die meisten hier“. Das ist so ein Moment, der mir bleibt. Ich gebe zu, ich war in diesem Moment ein wenig stolz und vor allem glücklich.
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Schönheitswahn und das Älterwerden – Gedanken aus dem Herzen
Es gibt diese stillen Momente, wenn das Haus ruhig ist, und ich mich selbst im Spiegel betrachte. Nicht nur mein Gesicht – sondern alles, was dahinter liegt. Die feinen Linien, die immer tiefer werden. Die Augen, die manchmal müde wirken, auch wenn ich genug geschlafen habe. Und ich frage mich: Wo ist die Zeit hin?
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Unsere Zeit ist endlich – wie nutzen wir sie?
Mit zunehmendem Alter denken viele von uns darüber nach, wieviel Zeit uns noch bleibt, so auch ich. Verstärkt kamen diese Gedanken, je näher der 70. Geburtstag rückte. Nun gehe ich schon auf die 71 zu und weiß, wie wir alle nicht, ob ich noch 10, 15, 20 oder mehr Jahre vor mir habe. Es kann aber auch morgen alles vorbei sein. Um so wertvoller ist jeder Tag und wir sollten ihn nutzen, so gut es eben geht.














