Wie fühlt es sich an älter zu werden?

Das Leben war nicht immer gut zu mir, nein, es hat mich oft auf harte Proben gestellt und tut es leider immer noch. Meine Schwester sagte einmal: “Wenn Du zu einem Therapeut*in gehen würdest, müßte er/sie hinterher selbst in Therapie. Nein, ich will hier nicht jammern, denn dafür bin ich einfach nicht der Typ. Im Gegenteil, ich wundere mich manchmal selbst über meinen fast unerschütterlichen Optimismus.

Wir leben in einer merkwürdigen Zeit

Meine “goldenen Fünfziger” sind längst vorbei. In diesem Jahr werde ich sechundsechzig Jahre alt und die Siebziger sind zum Greifen nah. Irgendwie kann ich das selbst kaum glauben, weil mein Inneres Gefühl mit der Zahl des Alters nichts gemeinsam hat.

Die heutige Gesellschaft erwartet von uns, dass wir weniger und gesund essen. Wir sollen Sport treiben, um so fit wie möglich zu bleiben, was ich auch verstehe. Zusätzlich sollen wir so jung wie eben möglich aussehen. Falten gehen garnicht! Zugegeben, auch hierzu mache ich mir so meine Gedanken. Ganz frei von Schönheits- und Jugendwahn ist wohl niemand von uns, besonders wenn wir wieder neue Falten im Gesicht und nun auch am Körper entdecken. Die Wangen rutschen immer weiter nach unten und Bauch und Arme werden “schwabbelich”. Auh mir fällt es schwer, diese Alterserscheinungen zu ignorieren bzw. zu akzeptieren.

Hadern mit dem Älterwerden

Andererseits haben wir alle genug damit zu tun, dieses Leben einfach nur zu leben, besonders in diesen Zeiten. Manchmal möchte ich laut schreien: “Ihr könnt mich alle mal, denn  ich bin, wie ich bin. Alt werden ist doch nicht schlimm, solange der Kopf jung bleibt”. Die meiste Zeit fühle ich genau so und freue mich einfach des Lebens.  Ich frage mich jedoch immer wieder, warum es mir doch manchmal schwer fällt, einfach nur in Würde zu Altern.

Wie geht es euch so mit dem Älterwerden? Fällt es euch leicht oder hadert ihr doch manchmal damit?

Foto: Maurice Kohl, Köln

Kommentare (6) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Karin,
    einerseits finde ich es schlimm, wenn mir die Zahl bewusst wird, andererseits möchte ich viele Jahre nicht noch einmal erneut erleben. Das wechselt, und hängt auch vom Tagesbefinden ab. Eigentlich bin ich auch zufrieden nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen zu müssen. Zum ersten Mal im Leben habe ich Zeit für meine Lieben. Und mir ist bewusst, dass ich jetzt mein Leben so gestalten kann wie ich es möchte. Ich hoffe, mir verbleiben dafür noch einige Jahre. Jedoch sicher ist das nicht.
    Du siehst wirklich klasse aus.
    Viele Grüße
    Ute

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    • Was ist schon sicher liebe Ute. Deswegen sollten wir ja aus jedem Tag das Beste machen, auch in dieser schwierigen Zeit.
      Danke für Dein liebes Kompliment.
      Liebe Grüße
      Karin

  2. Mir geht es im Moment nicht gut beim Älter werden. Und ich werde demnächst 61, also sollte ich die Jammerei ablegen. Vielleicht ist dieses Gefühl aber auch gerade mal situationsbedingt.
    Andererseits habe ich ein tolles Mittel gegen Falten. Und das geht so: Sobald man ins Bad geht, zieht man sofort die Brille aus. Und schon ist das Spiegelbild viel angenehmer. Schöner Nebeneffekt: Das Waschbecken ist auch gleich sauber!
    LG
    Sabiene

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    • Jetzt hast Du mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich trage nämlich auch eine Brille. Wenn ich sie nicht aufhabe, finde ich mich auch immer sehr viel hübscher.
      Ich wünsche Dir eine schöne Woche und laß die Brille öfters aus.

  3. Liebste Karin, mit meinen grade mal 57 hadere ich aktuell wenig. Obwohl ich deutlich erkennen kann, dass sich mein Haupthaar lichtet, die Figur irgendwie aus der Form geraten ist und die Finger krumm werden. Allerdings hab ich einen Partner an meiner Seite, der 15 Jahre älter ist und im Vergleich dazu bin ich definitiv noch ein junger Hüpfer, behauptet er 😉 Aaaaah: Da haben wir’s ! Der Vergleich. Kommt definitiv drauf an mit wem ich mich vergleiche, ob ich mich überhaupt vergleiche (wo wir doch alle Individuen sind) und inwieweit ich zulasse, dass diese Vergleicherei etwas mit mir macht. Was nicht heißen soll, dass es Tage gibt, in denen ich mich schlicht und ergreifend alt, schrumplig und grau fühle. Dem voraus gehen meist nagend selbstzweifelnde Gedanken. Ein Glück, wenn mir an solchen Tagen gespiegelt wird: Wurscht wie du aussiehst, ich liebe dich. Was ich dir übrigens unbedingt mitteilen will: Du bist wunderschön wie du bist und ich hab dich lieb <3, deine Gabi

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    • Och liebe Gabi, Du bist ein solcher Herzensmensch. Mein Tag ist gerettet und …, ich hab Dich auch lieb.
      Deine Karin

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