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Warum Kinder heute Bücher brauchen – und wir Erwachsene auch

 

Ich gestehe: Ich liebe Bücher, mit Rascheln, Gewicht, Eselsohren (natürlich nur aus Versehen!) und diesem ganz eigenen Duft von Papier und Druckerschwärze. Ja, ich besitze auch einen E-Reader. Der darf vielleicht mit in den Urlaub. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewichtsgründen. Mein Koffer und mein Rücken sind inzwischen sehr diplomatisch geworden, sie verhandeln nur noch in Kilogramm. Aber zu Hause? Da will ich Seiten umblättern, mit den Fingern und nicht mit dem Daumen auf Glas.

Genau deshalb liegt mir ein Thema besonders am Herzen: Kinder müssen lesen! Echte Bücher.

 

Lesen ist kein Retro-Hobby

Kinder wachsen heute mit Bildschirmen auf. Wischen, tippen, scrollen – das können sie, bevor sie Fahrrad fahren. Was ihnen aber oft fehlt, ist diese tiefe, leise Konzentration, die entsteht, wenn man in eine Geschichte eintaucht. Beim Lesen passiert nämlich etwas Magisches:

  • Die Fantasie springt an.

  • Bilder entstehen im Kopf.

  • Sprache wird reicher.

  • Empathie wächst.

  • Konzentration trainiert sich ganz nebenbei.

Ein Buch zwingt niemanden zur Eile. Kein Akku piept, kein Fenster ploppt auf, ein Algorithmus entscheidet, was als Nächstes kommt. Ein Buch sagt nur:

„Komm, ich erzähle Dir etwas.“

 

Warum die Haptik so wichtig ist

Kinder erleben die Welt mit allen Sinnen und ein Buch ist ein sinnliches Erlebnis:

  • das Gewicht in den Händen

  • das Umblättern

  • das Suchen der richtigen Seite

  • die Illustrationen, die man mit dem Finger nachfahren möchte

Das ist etwas völlig anderes als Glas und Hintergrundbeleuchtung. Ein Buch hat Präsenz. Es liegt auf dem Nachttisch. Es wartet, es ruft nicht, es ist einfach da.

 

Was können wir „Nicht-Omas“ und Omas tun?

Ich bin übrigens keine Großmutter (das Leben hatte da andere Pläne), aber ich bin leidenschaftliche Bücher-Schenkerin. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis bekommen Kinder von mir fast immer Bücher. Sehr zur Freude der Eltern und manchmal zur Skepsis der Kinder. Die Skepsis hält meist nur bis zur ersten spannenden Seite.

Hier ein paar Ideen, wie wir Kinder wieder für Bücher begeistern können:

 

1. Bücher schenken – nicht nur zu Weihnachten

Nicht nur zu großen Anlässen, auch mal einfach so. „Ich habe das gesehen und an Dich gedacht.“

2. Vorlesen – auch größeren Kindern.

Man ist nie zu alt zum Zuhören. Vorlesen schafft Nähe und Nähe schlägt Netflix. Immer.

3. Gemeinsam in die Buchhandlung gehen

Kinder dürfen stöbern und selbst auswählen. Ein eigenes Buch auszusuchen ist ein kleines Abenteuer.

4. Bücher sichtbar machen

Ein kleines Regal im Kinderzimmer. Bücher gehören nicht ins Versteckfach. Sie dürfen Teil des Alltags sein.

5. Über Geschichten sprechen

„Welcher Teil war Dein Lieblingsmoment?“, „Welche Figur mochtest Du gar nicht?“ – so merken Kinder: Geschichten sind lebendig.

 

Jetzt kommt meine Entdeckung

Ich habe ein wunderbares Buch gefunden: „Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes„, geschrieben von Simon und Stefan Rasch (Vater und Sohn), mit entzückenden handgezeichneten Illustrationen von Anja Abicht (Mutter). Schon beim ersten Durchblättern war ich verliebt.

Die Illustrationen sind nicht glattgebügelt oder digital geschniegelt. Sie sind warm, lebendig, detailverliebt und man möchte fast mit ins Bild hüpfen. Die Geschichte hat genau das, was gute Kinderbücher brauchen: Humor, Herz, Tempo und eine gute Portion Charme.

Es ist eines dieser Bücher, die Kinder mögen und Erwachsene heimlich genauso. Ich sage es euch ganz ehrlich: Das ist ein Buch, das man mit Freude verschenkt und vielleicht ein bisschen hofft, dass es beim nächsten Besuch noch einmal vorgelesen werden darf. Mehr Infos zum Buch findet ihr am Ende des Beitrages.

 

Warum das alles so wichtig ist

Lesen ist mehr als eine Kulturtechnik. Es ist ein Schutzraum, ein Trainingslager für Fantasie, ein Ort für Trost und ein Startpunkt für Träume. Wenn wir wollen, dass Kinder denken, fühlen, hinterfragen und träumen können, dann brauchen sie Geschichten. Nicht nur Clips. Vielleicht sind wir Erwachsenen die Brückenbauer zurück ins Bücherland. Wenn ich mit über 70 noch leuchtende Augen bekomme, wenn ich durch neue Seiten blättere, dann wünsche ich mir das auch für die Kinder von heute.

Also: Verschenke Bücher, lies vor schwärme und leg vielleicht „Hase Hollywood“ mit auf den Geschenketisch zu Ostern. Warum? Papier knistert einfach schöner als jeder Bildschirm und ich habe schon lange nicht mehr ein so wundervolles Buch in Händen gehabt.

 


„Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes“ ist ein farbenfroh illustriertes Kinderbuch von Simon Rasch und Stefan Rasch, herausgegeben vom Hasenfrosch Verlag. Die Geschichte richtet sich an Kinder von etwa 4 bis 9 Jahren und lädt sowohl zum Vorlesen, als auch zum ersten Selberlesen ein. Die liebevoll handgezeichneten Illustrationen stammen von Anja Abicht, die mit Pinsel und Aquarellfarben eine lebendige, detailreiche visuelle Welt geschaffen hat.

Der Band ist als gebundene Ausgabe erschienen und umfasst 208 Seiten voller fantastischer Abenteuer mit Piraten, Drachen und vielen anderen überraschenden Figuren. Erschienen im Hasenfrosch Verlag.  Noch mehr Informationen findet Ihr hier>>

 

 

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