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Der Marloth Park – warum er mein absoluter Lieblingsort in Südafrika ist

 

Manche Orte besucht man, andere Orte trägt man irgendwann ein Stück weit im Herzen. Dann gibt es Orte, bei denen man schon vor der nächsten Reise dieses ganz besondere Gefühl im Bauch hat. Der Marloth Park ist für mich so ein Ort. Dieses Jahr geht es für mich zum vierten Mal dorthin und eigentlich müsste ich inzwischen doch wissen, was mich erwartet: Busch, Tiere, Wärme, Ruhe, die kleinen Straßen, die Häuser mitten in der Natur und der Crocodile River direkt vor der Tür. Trotzdem freue ich mich jedes Mal wie beim ersten Mal, vielleicht sogar ein bisschen mehr.

 

Warum eigentlich immer wieder Marloth Park?

Meine Schwester und mein Schwager leben in Johannesburg. Wenn sie ein paar freie Tage haben, gibt es für sie offenbar gar nicht viele Möglichkeiten, wohin es gehen soll. Sie fahren in den Marloth Park – immer wieder. Ich verstehe ich auch warum. Johannesburg ist eine faszinierende Stadt, laut, lebendig und voller Leben. Der Marloth Park ist das komplette Gegenteil. Hier kann man einfach einmal aussteigen aus dem Alltag, sus dem Terminkalender, aus dem „Ich müsste eigentlich noch …“. Hier sitzt man morgens auf der Terrasse, trinkt seinen Kaffee und schaut in den Busch und das reicht.

 

Man muss hier nichts erleben

Das klingt vielleicht ein bisschen komisch. Wir reisen nach Südafrika, fliegen viele Stunden, fahren eine ganze Strecke  und dann sage ich: Man muss dort nichts erleben. Aber genau das ist es. Der Marloth Park ist für mich einer dieser seltenen Orte, an denen Nichtstun plötzlich zu etwas ganz Wunderbarem wird. Man kann natürlich in den Krüger-Nationalpark fahren und das sollte man auch unbedingt tun, aber man kann genauso gut einen Tag einfach im Marloth Park bleiben, Kaffee trinken lesen, reden, schweigen, ein Glas Wein trinken und zwischendurch schauen, wer gerade durch den Garten spaziert. Denn irgendjemand kommt eigentlich immer.

 

Wenn das Kudu zum Frühstück kommt

Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum der Marloth Park so schnell süchtig macht. Du sitzt da und plötzlich steht ein Kudu vor Dir. Nicht hinter einem Zaun, nicht weit entfernt im Busch, sondern einfach da. Manchmal so nah, dass man fast das Gefühl bekommt, er sei gekommen, um nachzusehen, was es zum Frühstück gibt und genau genommen ist das gar nicht so falsch. Das Füttern der Tiere gehört in Marloth Park durchaus zum Erlebnis. Geeignetes Futter kann man vor Ort kaufen und auch Obst und Möhren werden zum Füttern verwendet. Wichtig: Auf gar keinen Fall Affen füttern, egal wie klein oder ob Mutter mit Kind. Gerade die männlichen Affen können extrem aggressiv werden, wenn sie sich benachteiligt fühlen oder es nicht schnell genug geht. Schlimmstenfalls verwüsten sie die Terrasse. Wir haben das schon erlebt.

Deshalb sollte man trotzdem nicht vergessen, dass es Wildtiere sind. Aber genau diese besondere Nähe macht Marloth Park für mich so einzigartig. Ein Kudu, der vorsichtig eine Möhre nimmt, Warzenschweine, die ziemlich selbstbewusst auftauchen. Impalas, die durch den Garten ziehen und Zebras, die plötzlich irgendwo zwischen den Bäumen stehen und manchmal schaut man einfach nur und denkt:

Das kann doch jetzt nicht wirklich mein Urlaub sein.

Doch, ist es.

 

 

Afrika ist hier ganz nah

Ich war schon an vielen Orten, aber Südafrika hat etwas mit mir gemacht. Seit meiner ersten Reise im Jahr 2021 ist dieses Land für mich eine große Liebe und der Marloth Park ist ein ganz besonderer Teil davon. Vielleicht, weil Afrika hier nicht nur aus einer Safari besteht. Es ist nicht:

  • Rein ins Auto, Tiere suchen
  • Fotos machen
  • zurück zur Lodge.

Natürlich gehört das auch dazu, aber im Marloth Park ist Afrika einfach den ganzen Tag da.

  • Morgens, wenn die ersten Vögel anfangen zu zwitschern
  • mittags, wenn die Hitze über dem Busch liegt und man eigentlich nur noch einen schattigen Platz sucht
  • abends, wenn die Sonne langsam untergeht und die Geräusche des Busches sich verändern
  • und nachts sowieso

 

Der Krüger-Nationalpark gleich nebenan

Marloth Park liegt direkt am Crocodile River und damit unmittelbar am Krüger-Nationalpark. Die Crocodile Bridge, eine der Zufahrten zum Krüger, ist nur etwa 14 Kilometer entfernt. Das ist natürlich fantastisch, denn wenn man möchte, kann man morgens früh losfahren und einen ganzen Tag auf Safari verbringen. Vielleicht sieht man Elefanten, Löwen, Nashörner, Büffel – vielleicht auch gar nichts von den ganz großen Tieren, denn auch das gehört dazu.

Safari bedeutet eben nicht, dass die Tiere auf Bestellung erscheinen. Manchmal fährt man stundenlang und sieht „nur“ Impalas, Zebras und Giraffen. Dann kommt vielleicht dieser eine Moment.

  • Ein Elefant steht am Wasser.
  • Eine Giraffe läuft über die Straße.
  • Ein Löwe liegt unter einem Baum.

und plötzlich ist alles andere vergessen. Danach fährt man zurück nach Marloth Park und genau das liebe ich. Zurück in die Ruhe auf die Terrasse. Wir trinken etwas schönes, grillen oder kochen uns was Feines, reden über alles, was wir erlebt haben und lassen den Tag langsam ausklingen.

 

Meine Schwester hat es längst verstanden

Meine Schwester und mein Schwager brauchen eigentlich keine Werbung für Marloth Park. Sie nutzen jede freie Zeit, um dorthin zu fahren. Wenn man einen Ort gefunden hat, an dem man wirklich abschalten kann, warum sollte man dann etwas anderes suchen?

Vielleicht ist es genau das, was wir alle manchmal brauchen. Einen Ort, an dem niemand etwas von uns will, an dem die Zeit langsamer vergeht, an dem man morgens nicht auf die Uhr schauen muss und an dem ein Kudu wichtiger sein kann als die nächste Nachricht auf dem Handy.

 

Mein vierter Besuch

Im November fahre ich also zum vierten Mal hin. Ich weiß nicht, ob ich beim ersten Besuch schon geahnt habe, dass Marloth Park für mich so etwas Besonderes werden würde. Wahrscheinlich nicht. Damals war es einfach ein neues Ziel auf meiner Südafrika-Reise. Heute ist es ein Ort, auf den ich mich schon lange vorher freue. Ich freue mich auf dieses Gefühl, das sich wahrscheinlich schon am ersten Tag wieder einstellen wird:

Ich bin angekommen.

Vielleicht ist das wahrer Luxus

Wir reden so oft über Luxus, über schöne Hotels, gutes Essen, besondere Reisen, also über Dinge, die wir uns gönnen. Aber vielleicht ist wahrer Luxus manchmal etwas ganz anderes. Zeit und Ruhe zu haben, mit Menschen zusammen zu sein, die man liebt und morgens einen Kaffee zu trinken, während ein Kudu auf der Terrasse steht.

Wenn das kein Luxus ist, was dann?

Zeit für mich. Zeit zum Durchatmen. Zeit zum Leben.

Der Marloth Park ist für mich deshalb längst mehr als ein Reiseziel, erist ein Gefühl und dieses Gefühl nehme ich jedes Mal mit nach Hause.



Marloth Park – meine persönlichen Infos

Lage
Der Marloth Park liegt in der Provinz Mpumalanga im Nordosten Südafrikas direkt am Crocodile River und grenzt unmittelbar an den Krüger-Nationalpark.

Das Besondere
Der Marloth Park ist kein gewöhnlicher Ferienort. Viele Wildtiere bewegen sich frei zwischen den Häusern und Unterkünften. Deshalb kann es durchaus passieren, dass morgens ein Kudu, ein Zebra oder ein Warzenschwein vor der Terrasse steht. Bei Dunkelheit bitte nur mit dem Auto durch den Park fahren. Es hat schon die ein oder andere Raubkatze ein Loch im Zaun gefunden und ist durch den Park spaziert.

Tiere füttern
Das Füttern der Tiere ist in Marloth Park erlaubt. Geeignetes Futter kann vor Ort gekauft werden. Auch Obst und Möhren werden gerne genommen. Trotzdem gilt: Es sind Wildtiere und man sollte ihnen immer mit Respekt begegnen.

Tiere
Besonders häufig begegnet man Kudus, Impalas, Zebras, Giraffen, Warzenschweinen und vielen verschiedenen Vogelarten.

Krüger-Nationalpark
Die Crocodile Bridge, eine Zufahrt zum Krüger-Nationalpark, liegt nur rund 14 Kilometer entfernt. Ein Tagesausflug in den Krüger lässt sich deshalb wunderbar mit einem Aufenthalt in Marloth Park verbinden. Davon erzähle ich euch ein anderes Mal.

Crocodile River
Der Crocodile River bildet die natürliche Grenze zwischen Marloth Park und dem Krüger-Nationalpark. Mit etwas Glück lassen sich auf der anderen Seite Tiere am Wasser beobachten. Wir sind schon das eine oder andere Mal mit unseren Ferngläsern und einer Flasche Wein an den Fluß gefahren, was immer schön ist. Einmal kam eine riesige Herde Elefanten zum Trinken den Hügel hinunter. Das andere Mal, sahen wir so gut wie nichts. Das ist egal, Spaß macht es trotzdem.

Mein persönlicher Grund zurückzukommen
Ruhe, Frieden, Natur, Tiere und das wunderbare Gefühl, einmal nichts zu müssen.

Manchmal braucht es keine große Reise, um glücklich zu sein. Manchmal reicht ein Kaffee auf der Terrasse, ein Kudu im Garten und ganz viel Zeit.

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