Lebenslinien,  Zeitzeugen

August 2026 – Ein Sommer zwischen Hitzewelle, Holweide und ganz viel Leben

 

Der August ist vorbei und irgendwie frage ich mich gerade: War das wirklich nur ein Monat? Gefühlt haben wir in diesen vier Wochen mindestens drei Monate untergebracht. Es war heiß, es war laut, es war manchmal ziemlich verrückt und vor allem war es bei mir alles andere als langweilig.

Eigentlich verbinde ich den August ja mit Sommer, Urlaub, Füße hochlegen, einem guten Buch und dem schönen Gefühl, dass die Welt ein bisschen langsamer läuft. Tja. Schön wär’s gewesen.

 

Mein August: Holweide statt Hängematte

Bei mir stand der August ganz im Zeichen der Bürgervereinigung Köln-Holweide. Wer schon einmal Veranstaltungen organisiert hat, weiß, die Veranstaltung selbst ist eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Meine Kollegen haben im Hintergrund geplant, telefoniert, geschrieben, organisiert, aufgebaut, umgebaut, nachgefragt, erinnert, improvisiert und zwischendurch vermutlich auch das eine oder andere Mal tief durchgeatmet. Meine Aufgabe war, die Veranstaltungen den Mitbürgern, den Nachbarn und der Presse nahezubringen. Beiträge wurden geschrieben und in zig Gruppen verteilt. Pressemitteilungen mussten erstellt und verschickt werden und dazwischen die ein oder andere Sitzung. Standdienst und damit dafür sorgen, dass die Besucher mit Wein, Sekt oder einem leckeren Aperol Spritz versorgt waren. Aber, es hat Spaß gemacht! Genau das ist das Schöne daran. Wenn am Ende Menschen zusammenkommen, miteinander lachen, Musik hören, quatschen und einfach eine gute Zeit haben, ist der ganze Aufwand plötzlich gar nicht mehr so wichtig. Im August gab es davon reichlich.

Bei „Holweide Hört“ wurde es musikalisch und Ende August hieß es dann schließlich: HOLWEIDE ROCKT! Zwei Tage Open Air auf dem Holweider Marktplatz. Musik, Menschen, gute Stimmung und jede Menge Programm und natürlich vorher die spannende Frage: Was macht eigentlich das Wetter? Petrus und die Veranstaltungsplaner haben offenbar seit Jahren eine eher schwierige Beziehung und dieses Jahr war es besonders spannend. Hat am Vormittag das Schubkarrenrennen noch bei trockenem und warmen Wetter stattgefunden, fing es pünktlich zum Auftritt der Bands am Nachmittag an zu regnen. Es haben aber erstaunlich viele Menschen trotzdem ausgehalten und sogar getanzt. „Singing and dancing in the rain“ sage ich da nur.

 

August und die Sache mit der Hitze

Der Sommer 2026 hatte ja schon früh deutlich gemacht, dass er offensichtlich nicht gekommen war, um sich zurückzuhalten. Auch der August brachte wieder ordentlich Hitze. Europa schwitzte, Deutschland schwitzte und vermutlich hätte sich so mancher von uns über einen kleinen persönlichen Swimmingpool im Wohnzimmer gefreut. Die Hitzewellen waren dabei nicht nur ein Thema für Sonnenanbeter und Eisverkäufer. Sie wurden zunehmend zu einem gesundheitlichen und gesellschaftlichen Problem. In Deutschland wurden in diesem Sommer bereits tausende hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Plötzlich bekommt der Satz „Ist das warm heute!“ eine ganz andere Bedeutung.

Auch die Natur bekam die Hitze zu spüren. Niedrige Wasserstände, Trockenheit, Waldbrandgefahr und Probleme für Landwirtschaft und Schifffahrt gehörten ebenfalls zu den Folgen. Selbst der Rhein führte zeitweise so wenig Wasser, dass die Logistik vor zusätzliche Herausforderungen gestellt wurde. Da kann man dann schon mal darüber nachdenken, ob wir wirklich noch von einem „normalen Sommer“ sprechen können.

 

Deutschland: Zwischen Alltag und großen Baustellen

Während wir uns mit Hitze, Urlaub, Einschulung, steigenden Preisen und der Frage beschäftigten, ob man bei 35 Grad überhaupt noch kochen sollte, beschäftigte sich die Politik natürlich weiterhin mit den großen und kleinen Problemen des Landes. Die wirtschaftliche Lage blieb ein Thema. Deutschland kämpft weiterhin mit Wachstumsschwäche, hohen Energiepreisen und den Auswirkungen einer weltweit schwierigen wirtschaftlichen Situation.

Dann ist da natürlich weiterhin die politische Diskussion um Migration, Sicherheit, Verteidigung, die Zukunft der Wirtschaft und die Frage, wie Deutschland eigentlich für die kommenden Jahre aufgestellt sein möchte. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass die politische Welt und meine persönliche Welt zwei völlig unterschiedliche Planeten sind.

Die Welt bleibt leider unruhig

Auch außerhalb Deutschlands war der August kein Monat, in dem man sich entspannt zurücklehnen konnte. Der Krieg in der Ukraine ging weiter. Auch im August gab es schwere Angriffe und gleichzeitig diplomatische Bemühungen um eine mögliche Lösung. Ende des Monats wurden erneut Gespräche zwischen der Ukraine und den USA bekannt, bei denen es auch um weitere Friedensbemühungen ging. Gleichzeitig blieb die Situation im Nahen Osten angespannt. Konflikte und geopolitische Spannungen prägten auch diesen August.

Irgendwie sitzt man davor, liest die Nachrichten und fragt sich: Wann wird es eigentlich mal wieder ein bisschen normal? Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir unsere kleinen Veranstaltungen so wichtig sind, denn bei aller Weltpolitik sind es am Ende die Begegnungen im eigenen Umfeld, die einem zeigen, dass Zusammenhalt tatsächlich funktioniert.

Menschen treffen sich,

  • man redet miteinander
  • man lacht
  • man hilft sich

und für ein paar Stunden ist die Welt vielleicht ein kleines bisschen leichter.

 

Dann kamen noch zwei traurige Nachrichten

Auch der August hat uns wieder von bekannten Menschen Abschied nehmen lassen.

Besonders berührt hat mich der Tod von Dolly Parton. Die Country-Ikone starb am 25. August im Alter von 80 Jahren.

Dolly Parton war für mich immer mehr als nur Sängerin. Sie war eine dieser Persönlichkeiten, die man irgendwie schon ewig kennt und immer da war. „Jolene“, „9 to 5“ oder „I Will Always Love You“ gehören zu den Liedern, die mehrere Generationen begleiten.

Mindestens genauso beeindruckend wie ihre Musik, war ihr soziales Engagement. Mit ihrer Imagination Library setzte sie sich weltweit für Kinder und das Lesen ein.

Dann starb im selben Alter, ebenfalls im August, Tim Curry – vielen unvergessen als Dr. Frank-N-Furter aus The Rocky Horror Picture Show (mein Mann und ich liebten sie) und natürlich auch als Pennywise aus Es. „Es“ war eines der ersten Bücher und der erste Film von Steven King. Unheimlich, schauerlich und wahnsinnig gut.

Zwei Menschen, zwei völlig unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten und doch beide mit einem Platz in der Erinnerung vieler Menschen. Vielleicht ist das letztlich das Schönste, was man hinterlassen kann: Erinnerungen.

 

Mein persönliches Fazit

Wenn ich meinen August mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es vermutlich VOLLVoll mit Terminen, mit Arbeit, mit Veranstaltungen, mit Menschen, mit Musik und zwischendurch auch ziemlich voll mit Hitze. Aber vor allem war er voll mit Leben.

Ich habe manchmal gedacht: „Eigentlich müsste ich jetzt mal Pause machen“ und dann kam schon die nächste Aufgabe. Aber wenn man am Ende auf einem vollen Marktplatz steht, Menschen miteinander lachen sieht, Musik hört und merkt, dass all die Arbeit tatsächlich etwas bewirkt hat, dann weiß man wieder, warum man es macht.

Der August hat mir jedenfalls einmal mehr gezeigt, dass Sommer nicht unbedingt bedeutet, irgendwo im Liegestuhl zu liegen. Manchmal bedeutet Sommer auch arbeiten, schwitzen, improvisieren und abends völlig erledigt ins Bett zu fallen und trotzdem zufrieden zu sein.

Hollweide rockt – und ich offenbar gleich mit.

Jetzt darf der September aber gerne ein kleines bisschen ruhiger werden. Vielleicht, mal sehen, ich kenne mich ja und die nächsten Termine stehen schon irgendwo.

 

Auf einen schönen September – mit etwas weniger Hitze, ein bisschen mehr Ruhe und ganz vielen schönen Momenten.

 

Am Ende sind es genau diese kleinen Momente, die aus einem Monat eine Erinnerung machen.

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