Dance with my Father

Mein Vater 1952Da ist er wieder, der SONG, den ich sehr gerne höre und der mich immer wieder zum Weinen bringt. Nicht das mir ein paar Tränen die Wangen runter laufen, nein, ich schluchze mir die Seele aus dem Leib. Manchmal, wenn jemand dabei ist, schäme ich mich richtig. Sollte ich mich in meinem Alter nicht zusammen reißen können? Eigentlich gehöre ich doch nicht zu den Heulsusen.

Aber, warum ist das so?
Weit über dreißig Jahre ist es nun her, dass mein Papa gestorben ist. Viel zu jung war er – mit 58 Jahren – und viel zu plötzlich geschah es.

Papa war ein recht gut aussehender Mann, zeit seines Lebens schlank. Er tanzte gerne und sehr gut. Schließlich hat er mit seinen Tanzkünsten vor über sechzig Jahren meine Mutter für sich gewonnen.

Als kleines Mädchen war ich immer selig, wenn Papa mich auf seinen Arm nahm und mit mir tanzte. Wahlweise durfte ich mich auf seine Füße stellen. So habe ich dann Schritt für Schritt selbst ein wenig tanzen gelernt. Von ihm habe ich die Liebe zum Tanzen. Einige Jahre habe ich Tanzsport gemacht, aber leider hat Papa das nicht mehr erleben dürfen. Es hätte ihm bestimmt Freude bereitet.

Bei meiner Hochzeit, im Mai 1989, hat mein Papa für mich eine wunderschöne, zweistöckige Hochzeitstorte gebacken. Auch das konnte er. Papa kochte und backte gern, was für einen Mann seiner Generation Seltenheitswert hatte. An diesem bewussten Hochzeitstag tanzte mein Papa mit mir und ich war so glücklich, nicht ahnend, dass es unser letzter Tanz sein würde. 3 Monate später starb er an einem Herzinfarkt. Das ist der Grund, warum ich bei diesem Lied in Tränen ausbreche. Die Erinnerung übermannt mich einfach und ich tue mir ein wenig selbst leid. Ich hätte ihn noch so gerne viele Jahre an meiner Seite gehabt.

Papa, ich werde dich immer lieben und nie vergessen, auch wenn ich 100 Jahre werden sollte. Vielleicht gibt es einen anderen Ort, zu einer anderen Zeit und wir beide tanzen wieder.

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